Meisterkonzert in Mönchengladbach Starpianistin ohne Allüren

Mönchengladbach · Beim fünften Meisterkonzert überzeugte die deutsch-japanische Musikerin Mona Asuka mit Einfühlungsvermögen und Ausdrucksstärke. In die Werke von Mozart, Chopin und Beethoven gab sie einen neuen Einblick.

 Mona Asuka: Der Nachname kommt aus dem Japanischen und bedeutet „der Duft des Morgens“.

Mona Asuka: Der Nachname kommt aus dem Japanischen und bedeutet „der Duft des Morgens“.

Foto: Jonathan Skudlik

„Ausnahmslos Lieblingsstücke“ hatte die 31-jährige, in München ansässige Pianistin in ihr neu einstudiertes Programm aufgenommen, wie sie vor dem Konzert verriet. Nach erzwungenen Pandemie-Pausen mit zahlreichen Terminabsagen ist die bei den Professoren Karl-Heinz Kämmerling am Mozarteum Salzburg und Bernd Glemser an der Musikhochschule Würzburg Ausgebildete wieder mit zahlreichen Orchesterkonzerten, Klavierabenden und kammermusikalischen Aufgaben im In-und Ausland betraut. Sie arbeitet mit honorigen Dirigenten, Ensembles und Instrumentalsolisten zusammen.

Erstes Lieblingsstück am Abend in der Kaiser-Friedrich-Halle war die im Jahre 1784 entstandene Sonate c-Moll KV 457, die Wolfgang Amadeus Mozart seiner Schülerin Therese von Trattnern widmete. Hier steht nicht der „leichte“ Mozart im Mittelpunkt – dieses in der tragischen Tonart Beethovens komponierte Opus weist bereits ins folgende Jahrhundert mit seinen Leiden und Leidenschaften. Diese für Mozart eigentlich unüblichen Eigenheiten, dazu das in diesem Werk immer wieder stürmisch auffahrende Temperament wusste Asuka mit Brillanz und Einfühlungsvermögen zu vermitteln.

Den balladesken Ton und die schwermütige Grundstimmung der Ballade Nr.1 g-Moll op.23 von Frédéric Chopin traf die Pianistin ebenso stilsicher wie die dramatischen Effekte des dieses spannungsvolle Werk beschließende „Presto con fuoco“. Eindrucksvoll und mit ausgeprägtem Klangsinn gestaltete sie anschließend zwei Chopin-Nocturnes (op.48), in denen sie die Zuhörer mitnahm in die verwunschene Welt der Nacht.

Hoch virtuos, südländisch-leicht und von stupender Technik getragen, erklang zum Abschluss Franz Liszt mit „Gondoliera“, „Canzone“ und „Tarantella“ aus „Venezia e Napoli“.

Der unbestrittene Höhepunkt des Konzertes stand jedoch bereits an zweiter Stelle des Programms – die Sonate Nr.8 c-Moll op.13, der ihr Schöpfer Ludwig van Beethoven selbst den Titel „Pathétique“ gab. Mona Asuka, der nach jedem ihrer Vorträge reicher Beifall galt, vermittelte dem Publikum mit ihrer ganz in sich ruhenden, ausdrucksstarken und in die Tiefe gehenden Wiedergabe ganz neue Einblicke in diese vermeintlich wohlbekannte Sonate.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort