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Mönchengladbach: Pianist aus den Trümern Aeham Ahmad spielte in der Citykirche

Besonderes Klavierkonzert in Mönchengladbach : Pianist aus den Trümmern spielte in der Citykirche

Bittere Not, aber auch viel Hoffnung war beim Konzert von Aeham Ahmad spürbar. Er spielte verschiedene Werke und Christoph Simonsen, Leiter der Citykirche, las dazu aus dessen Autobiografie.

Seit vielen Jahren laufen den beiden großen christlichen Konfessionen die Mitglieder in Scharen davon. Dieser Trend gilt inzwischen als unumkehrbar. Doch Christoph Simonsen, Leiter der Citykirche, und sein Team am Alten Markt wollen immer wieder aufs Neue zeigen, dass man aus der Not auch eine Tugend machen kann. Samstagabend war die Citykirche sehr gut besucht. Rund 300 Menschen kamen zum Klavierkonzert von Aeham Ahmad, der als „Pianist aus den Trümmern“ im Flüchtlingslager Yarmouk in Damaskus bekannt geworden ist.

Auch der Mitveranstalter der Mönchengladbacher Gruppe von Amnesty International war zahlreich vertreten. Simonsen eröffnete mit dem ersten Teil seiner Lesung aus der Autobiografie des syrisch-palästinensischen Pianisten „Und die Vögel werden singen“. „Hoffnung ist wie ein Vogel der singt, wenn die Nacht noch dunkel ist“, heißt es darin. In diese Dunkelheit fühlte man sich hineingezogen, als Ahmad – in weißem Hemd am schwarzen Flügel – sein Klavierspiel begann. Es klang sehr dramatisch und auch wenn man den gesungenen Text nicht verstand, war sofort das große Leid und die bittere Not spürbar. Aber auch – und das zog sich als roter Faden durch den Abend – die Hoffnung, die nie stirbt.

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Besonders deutlich wird dies beim zentralen Auszug des Buches. Darin schildert Ahmad, wie er – mitten in den Trümmern von Yarmouk am Klavier sitzend – drei Vögel auf einem Balkongeländer sieht. Als er die erste Taste seines Klaviers drückt, beginnen die Vögel wieder zu singen. Das hatten sie seit dem Beginn der Kämpfe nicht mehr getan. Aeham Ahmad präsentierte auch einzelne Werke westeuropäischer, klassischer Komponisten. Das Besondere daran: Er spielt die Stücke nicht separat, sondern verknüpft sie mit seinen eigenen, morgenländischen Kompositionen, gekonnt zu einem neuen Ganzen.

Bei Beethovens neunter Sinfonie („Freude schöner Götterfunken“) animierte er die Besucher zum Mitsingen. Die stimmten freudig mit ein. Ein Höhepunkt des Konzerts war das Volkslied „Die Gedanken sind frei“. Das sangen alle mit und die Kraft und der Mut, die dieser Text verbreitet, war förmlich zu spüren.