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Mönchengladbach: Orgelfestival in der Hauptkirche Rheydt

Konzert in Mönchengladbach : Einmaliges und Ewiges beim Orgelfestival

Zum Jubiläum der Sauer-Orgel hat Kantor Pascal Salzmann das Orgelfestival ins Leben gerufen. Zur dritten Feierstunde spielte Domorganist Silvius von Kessel – Salzmanns ehemaliger Orgellehrer.

120 Jahre Wilhelm-Sauer-Orgel – das war für Pascal Salzmann, den neuen Kantor an der evangelischen Hauptkirche Rheydt, die willkommene Gelegenheit, vier Orgelfeierstunden anzubieten, um das hochkarätige Instrument gebührend zu würdigen.

Zur dritten Feierstunde hatte Salzmann den Domorganisten und -kantor am Erfurter Dom St. Marien, KMD Prof. Silvius von Kessel, eingeladen – seinen ehemaligen Orgellehrer. „Einmaliges und Ewiges“ hatte dieser sein außergewöhnliches Programm benannt, da es sowohl Kompositionen unterschiedlicher Epochen als auch eigene Improvisationen enthielt.

Bereits in der einleitenden „Ciacona in B-Dur“ aus der Feder von Johann Bernhard Bach (1676-1749)zeigte der Gast, wie ausführlich er sich mit der reichen Registerpalette der Orgel vertraut gemacht hatte. Das achttaktige Thema und die 20 Variationen erfuhren eine abwechslungsreiche und dem Werk entsprechende Wiedergabe in reicher klanglicher Abstufung.

Zwei Zwölftonthemen des Komponisten Hans Heller ( 1898-1969) hatten Silvius von Kessel zur Komposition einer Suite angeregt, die für das unvorbereitete Auditorium – trotz der umfangreichen, aber anspruchsvollen Erklärungen im Programmblatt - beim ersten Hören unmöglich nachzuvollziehen war.

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Behutsamer ging der Gast bei seinen Improvisationen über die Reise des „Kleinen Prinzen“ mit dem Publikum um. Dank der ausführlichen Textpassagen waren die Zuhörer hier eher in der Lage, die einzelnen Stationen zu verfolgen. Die Tatsache, dass das technisch und interpretatorisch erstklassige Spiel des Künstlers auch auf einer Leinwand im Altarraum zu verfolgen war, erleichterte zusätzlich das Verstehen.

Wolfgang Amadeus Mozarts reizvolles Andante F-Dur KV 616 erfuhr unter den Händen von Kessels eine anmutige, flötendominierte Interpretation. - Richard Wagners großartiger Pilgerchor aus der Oper „Tannhäuser“ in der Bearbeitung von Franz Liszt zeigte das eindrucksvolle Plenum der Sauer-Orgel, und im abschließenden Wagner'schen „Walkürenritt“ (für die Orgel transkribiert von Edwin Lemare und Silvius von Kessel), bei dem der Domorganist noch einmal sein staunenswertes Können unter Beweis stellen konnte, endete ein gut besuchter und mit großem Applaus bedachter Abend.

Das letztes Konzert der Reihe findet am Donnerstag, 19. Mai, um 19.30 Uhr statt. Pascal Salzmann spielt Kompositionen über das Thema B-A-C-H von Liszt, Schumann und Reger.