Konzert in der Rheydt Hauptkirche in Mönchengladbach Flinke Hände und Füße beim Orgelkonzert zu zweit

Rheydt · Beim sechsten Konzert des Rheydter Musiksommers in der Evangelischen Hauptkirche am Rheydter Markt gab es Genuss für Ohren und Augen.

 Ludwig Zeisberg (l.) und Sebastian Fuhrmann teilten sich den Platz an der Sauer-Orgel – ein seltenes Hör- und Seherlebnis.

Ludwig Zeisberg (l.) und Sebastian Fuhrmann teilten sich den Platz an der Sauer-Orgel – ein seltenes Hör- und Seherlebnis.

Foto: Markus Rick (rick)

Für nicht wenige Besucher beim „Konzert für vier Hände und vier Füße“ zum Rheydter Musiksommer war es ein ganz besonderes Erlebnis, den Organisten einmal bei ihrer kräftezehrenden Arbeit mittels Videoübertragung auf eine große Leinwand im Altarraum Organisten  zusehen zu können.

Mit Ludwig Zeisberg aus Meiningen und dem in der Lutherstadt Wittenberg geborenen Sebastian Fuhrmann hatte Kantor Pascal Salzmann ein Duo eingeladen, das sowohl in der interpretatorischen Feinabstimmung als auch in Bezug auf virtuoses spieltechnisches Vermögen keine Wünsche offenließ. Doch abgesehen vom spannenden Sehen gab es auch wunderschöne Musik zu hören. Abwechselnd besinnlich und dann wieder äußerst kraftvoll, boten die Gäste ein überlegt gewähltes Programm, das – so ihre Bitte – glücklicherweise nicht von Zwischenapplaus unterbrochen wurde.

Den Anfang machte Franz Schubert mit dem zackigen „March militaire“ op.51/1. Die darauf folgende melodiöse „Fantasie d-Moll“ op.87 stammt von Adolphe Hesse (1809-1861), einem Komponisten und Organisten, der in Breslau wirkte und bei seinen Konzertreisen nach England und Frankreich als Orgelvirtuose gefeiert wurde.

Max Regers A-cappella-Chorwerk „Der Mensch lebt und besteht nur eine kleine Zeit“ hatten die beiden Organisten kunstvoll für vier Hände und vier Füße bearbeitet. Das gilt ebenso für das Doppelquartett aus Felix Mendelssohn Bartholdys  Oratorium Elias „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir“ – hier halfen den Interpreten die sphärischen Pianoregister der vielfarbigen Sauer-Orgel, deren Stimmenspektrum sie in ihren Vorträgen geschmackvoll   zu nutzen wussten.

Zwei groß angelegte und anspruchsvolle Originalwerke für vier Hände und vier Füße bildeten die Höhepunkte des Konzertes – die „Sonate d-Moll“ op.30 des Dresdner Organisten und Komponisten Gustav Adolf Merkel (1827-1885) und eine bemerkenswerte viersätzige „Sinfonietta“ des 1950 geborenen kanadischen Tonsetzers Denis Bédard. Bei Merkels Opus faszinierte vor allem die groß angelegte, komplizierte Fuge, und Bénard bestach durch seinen Schlusssatz – einem schillernden „Carillon“.

Eine schwungvolle Zugabe war der Dank für den nicht enden wollenden Beifall, verbunden mit der Hoffnung, dieses Duo wieder einmal in der Hauptkirche erleben zu können.

Info Letztes Konzert des Orgelsommers: „Tango“ am Donnerstag, 3. August, 19.30 Uhr. Das Solinger Tango-Ensemble „Tango para ti“ wiederholt sein Konzert auf vielfachen Wunsch.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort