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Mönchengladbach: Operngala im Theater

Operngala im Theater : Die Faszination prachtvoller Stimmen

Die diesjährige Operngala zeigte wieder einmal den hohen Leistungsstandard des Musiktheater-Ensembles und des Opernstudios.

Kaum eine Veranstaltung im Mönchengladbacher Musiktheater ist so gefragt wie die Operngala – schon eine Woche vor dem Termin waren nur noch Restkarten zu bekommen. „Viva Verdi“ war diesmal das Motto, und ein überlebensgroßes Porträt des mit 32 Opern äußerst produktiven italienischen Komponisten zierte die Rückwand der festlich geschmückten Theaterbühne.

Mit der voller Verve von Generalmusikdirektor Mihkel Kütson dirigierten und von den „Niederrheinischen Sinfonikern“ klangsinnig und spielfreudig dargebotenen Ouvertüre zu „Die Macht des Schicksals“ begann der eindrucksvolle Abend – sodann berichtete Generalintendant Michael Grosse über Erfolge und Enttäuschungen in Verdis Leben.

Der Pilgerchor aus dem recht frühen Werk „Die Lombarden“ war der stimmungsvolle vokale Einstieg - Chordirektorin Maria Benyumova hatte Haus- und Extrachor zu vorbildlicher Homogenität verpflichtet. Hier, wie auch bei allen weiteren Vorträgen begleiteten Kütson und sein Orchester einfühlsam und flexibel – bemerkenswerte solistische Glanzlichter inbegriffen.

Eva-Maria Günschmanns markanter Mezzosopran, unangestrengt in der Tiefe und strahlkräftig in der Höhe, war so recht geeignet für die Wahnsinnsarie der Lady Macbeth, konnte aber ebenso als Eboli überzeugen (Don Carlo – Lied vom Schleier). Hier sekundierten ihr sehr präzise die Damen des Hauschores und die Sopranistin Maya Blaustein aus dem Niederrheinischen Opernstudio.

Sie und ihre Studio-Kollegen waren die Überraschung des Abends. Im Quartett aus der Oper „Rigoletto“ (Herzog, Gilda, Maddalena, Rigoletto) sangen neben Blaustein die Mezzosopranistin Boshana Milkov, der Tenor Woongyi Lee und Bariton Guillem Batllori bewundernswert selbstverständlich, mit stimmlicher Frische und Schönheit. Sie standen den Etablierten im Ensemble in nichts nach. Das unterstrich der Tenor auch im großartig gelungenen Duett mit der Sopranistin Sophie Witte (Violetta -Alfredo –„La Traviata“) und der katalanische Bariton im eindringlichen Monolog des Ford („Falstaff“).

Hayk Dèinyan (Bass) schloss an den inbrünstig gesungenen „Gefangenen-Chor“ aus der Oper „Nabucco“ die fesselnd gestaltete „Prophezeiung des Zaccaria“ an. – Kairschan Scholdybajew widmete sich mit vollem Einsatz und großer Intensität der berührenden Arie des Macduff („Macbeth“). Johannes Schwärzky (Bariton) war ein furchteinflößender Jago („Otello“) und interpretierte eindringlich im Verein mit Sophie Witte die zu Herzen gehende Szene Gilda (Rigoletto). Belohnt mit hoch verdienten Bravi, hatte die Sopranistin vorher bereits in Arie und Cabaletta der Amelia aus „I Masnadieri“ (Die Räuber) dank blitzender Koloraturen und schwindelerregender Höhenflüge geglänzt.

Zum Abschluss wagten sich alle Protagonisten des Abends erfolgreich an das ob seiner enormen Schwierigkeiten gefürchtete Finale der Oper Falstaff. Hier sprang kurzfristig James Park für seinen erkrankten Tenorkollegen David Esteban ein.

Groß war der Jubel am Schluss der kurzweiligen Gala, und nach der üblichen Zugabe, dem Trinklied aus „La Traviata“, bei dem alle beteiligt waren, gab es noch eine Überraschung. Nach Art der „Drei Tenöre“ wetteiferten singend Kairschan Schlodybajew und Woongyi Lee in der bekannten Herzog-Arie „O wie so trügerisch“ („Rigoletto“). Da hielt es die begeisterten Opernfreunde nicht mehr auf ihren Stühlen.