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Mönchengladbach: Open Air mit Elektro-Flair

VNV Nation spielte in Mönchengladbach : Open Air mit Elektro-Flair

Die Future-Pop-Band VNV Nation brachte das Publikum in den Strandkörben des Sparkassenparks an zwei Abenden zum Tanzen. Die Musiker spielten Songs aus ihrem neuen Album, aber auch alte Stücke.

Dass das Konzept von „Strandkorb Open Air“ bei den „Urlaubsgästen“ im Sparkassenpark gut ankommt, haben die bisherigen Veranstaltungen zweifelsfrei bewiesen. Auch dieses Mal herrschte auf den Strandkorb-Inseln ausgelassene Stimmung, während die englisch-irische Future-Pop-Band VNV Nation (VNV steht für „Victory not Vengeance; zu deutsch: „Triumph, nicht Rache“) an gleich zwei Tagen ihr Publikum in restlos ausverkauften Strandkörben mit elektrisierenden Beats begeisterte.

„Es ist ein besonderes Gefühl heute Abend“, sagte Sänger Ronan Harris, der aus Irland stammt und in Hamburg lebt. Er kündigte seinen Fans zu Beginn das „volle Programm“ an: langsame Balladen genau wie Techno-Trance-Songs. So fanden ruhige und gefühlvolle Lieder wie „Illusion“ oder „Nova (Shine a Light on Me)“, die sich vor allem durch ihre größeren orchestralen Einflüsse abheben, in der Setlist am Freitagabend genauso ihren Platz wie „Gratitude“ oder die treibenden Elektro-Rhythmen von „When Is the Future?“, „Control“, „Lights Go Out“ und „God of All“.

Gemeinsam ist den Songs die Qualität der Texte, deren Botschaften, egal ob von sozialpolitischen Fragen oder von privaten Gefühlen geprägt, einen Nerv treffen und zum Nachdenken anregen.

Zudem lebt die Musik der Band nicht nur durch ihre außergewöhnliche futuristische Symbiose von elektronischen und orchestralen Sounds, sie wird vor allem durch die Stimme von Ronan Harris getragen, die sich mal beeindruckend sanft, dann wieder kratzig und voll rauer Energie präsentiert.

Harris legte wie gewöhnlich großen Wert auf Interaktion mit seinem Publikum und lief kreuz und quer über die Bühne, um seinen Fans auf den Inseln im Hockeypark kräftig einzuheizen. Die Konzertatmosphäre machte klar, wie sehr die Menschen im Publikum ihre Dosis an Live-Musik in den vergangenen Monaten vermisst haben: Viele tanzten ausgelassen auf ihrer Insel und unterstützten die Band enthusiastisch.

VNV Nation erweckten mit den ausgewählten Tracks auch ein Stück Bandgeschichte zum Leben – sie spielten zwar einige Songs aus ihrem jüngsten Album „Noire“, viele der Konzertstücke waren stammten aber von früheren Platten wie beispielsweise „Automatic“ und „Judgement“. Die eingefleischten Fans ließen sich unschwer daran erkennen, dass sie alte wie neue Songs aus voller Seele mitsingen konnten.

„Wir haben trotz dieser besonderen Zeiten einen Weg gefunden, Konzerte zu machen – dass wir zusammen feiern können, ist ein großartiges Gefühl“, sagte Harris zum Konzertende. Er bedankte sich bei den Fans und der Crew und gab ihnen gute Wünsche mit auf den Weg. „Wir sehen uns in besseren Zeiten“, sagte er zum Abschied.