Mönchengladbach: Niederrheinische Sinfoniker spielen Filmmusik im Theater

Konzert in Mönchengladbach : Großes Kino im Theater

Zum Filmmusikkonzert ließen die Niederrheinischen Sinfoniker Helden der Leinwand aufleben. Vielfach eingespielte Filmszenen ergänzten das musikalische Erleben. Das Publikum dankte mit frenetischem Beifall.

Vor dem Theater war ein roter Teppich ausgerollt. Hier durfte sich beim Eintreten ein Jeder als Star auf dem Weg zur Oscarverleihung fühlen. Das Foyer atmete über Filmplakate einen Hauch von Hollywood, während die Theaterbar in eine Aladin-Lounge verwandelt war. Beim Reiben der bereitstehenden Öllämpchen erschien zwar kein hilfreicher Geist, doch beim Filmmusikkonzert der Niederrheinischen Sinfoniker wurden auch ohne Dschinn garantiert viele Wünsche erfüllt.

„Helden der Leinwand“ war das vierte Sonderkonzert überschrieben. Unter der Leitung des ersten Kapellmeisters Diego Martin-Etxebarria setzte das Orchester James Bond, Superman und fiktive Kollegen musikalisch in Szene. Ergänzt um eingespielte Filmsequenzen und eine Lichtershow bot der Abend ein aufwendig inszeniertes Gesamtpaket für Augen und Ohren, inklusive hoch emotionaler Momente. Zur Filmmusik des Agententhrillers „Mission Impossible“ servierte das Orchester einen spannungsgeladenen Auftakt.

„Wir nehmen Sie mit auf eine Reise durch Zeit und Raum“, versprach Gastmoderator Juri Tetzlaff vom Fernsehsender Kika. Zum Auftaktstück verriet er, dass dem bekannten Film eine Serie vorausging, für die ein argentinischer Jazzmusiker eine Komposition im „funky“ 5/4Takt geschrieben hatte. Den Filmemachern aber erschien dieser Rhythmus zu kompliziert, und so ließen sie das Original in einen gängigeren 4/4 Takt umschreiben. Das Ergebnis ist weltbekannt. Tetzlaff erzählte anschaulich von Entstehungsgeschichten, Starallüren und erstaunlichen Erfolgsgeschichten, wie der von Alan Silvestri, der innerhalb von 24 Stunden zum Filmkomponisten wurde. Für Silvestri war es der Beginn zur großen Karriere

Die Niederrheinischen Sinfoniker inszenierten den Ausflug in die Filmwelt mit großer Lust am Spiel. Fröhlich leicht führten sie ein in John Powells Filmmusik zu „Ice Age II – Jetzt taut´s“, während auf der rückwärtigen Leinwand Mammut, Säbelzahntiger und der von Otto Waalkes gesprochene Scrat mit ihren Gefährten zu sehen waren. Im schwerelos anmutenden Spiel unterlegte das Orchester den Flug der flauschigen Feder, die zu Beginn der Literaturverfilmung „Forrest Gump“ zu sehen ist. Üppigen Kontrast zu derart behutsamen Einsätzen bot das dramatische Spiel zu Szenarien von aufrüttelnden Massenszenen. Der Wilde Westen war vertreten über Musik und Fotos aus dem Film „Die glorreichen Sieben“ mit Yul Brunner und Steve Mc Queen. Pferdegetrappel deutete sich an, und der Klang einer sehnsuchtsvollen Mundharmonika im charakteristischen Western-Sound. Im berührend feinsinnigen Spiel gestaltete Konzertmeisterin Chisato Yamamoto das Geigensolo zu „Schindlers Liste“. Bewegend einfühlsam war das Orchesterspiel zu „Das Leben der Anderen“ mit eindrucksvollen Akzenten wechselnd herausleuchtender Instrumente. Dramatisch expressiv steigerten die Sinfoniker die musikalische Entsprechung zu Kampfszenen aus „Gladiator“. Das Konzert sollte zur Musik des Piratenfilms „Fluch der Karibik“ ein temperamentvoll mitreißendes Finale finden. Mit dem Schlusston entfachte sich zum lauten Knall ein Feuerwerk goldener Bänder.

Das Publikum dankte mit frenetischem Beifall, der nicht unerhört blieb. Tetzlaff verriet, das Orchester habe noch ein Ass im Ärmel. Am Ende waren es sogar zwei Asse. Nach dem flammenden Spiel der Filmmusik des Boxerdramas „Rocky“ verabschiedeten sich die Niederrheinischen Sinfoniker mit dem sanften Lied vom Sandmann. Unterstützung bot Sängerin Valerie Eickhoff.