Mönchengladbach: Neue Ausstellung der Musikschule

Ausstellung in Mönchengladbach : "Saiten schweigen, aber nicht der Klang"

Die neue Ausstellung findet anlässlich des 60. Geburtstags der Musikschule Mönchengladbach statt.

„Wir haben eine Überraschung für Sie“, erklärte Christian Malescov, Leiter der Musikschule, an Josef Jan Michnia gewandt. Der 1942 geborene, in Mönchengladbach lebende Künstler, zeigt eine Fülle seiner Musik-Bilder in der Musikschule Mönchengladbach an der Lüpertzender Straße. Zwei Musikerinnen, so fuhr Malescov fort, seien aus Michnias Bildern herausgesprungen und würden nun eine Kostprobe ihres musikalischen Könnens geben. Eine gelungene Überraschung.

Die zwei knallig geschminkten jungen Mädchen gaben mit ihren bunten Haaren, verrückt-vermengter Kleidung und hochhackigen Schuhen förmlich eine Interpretation der Musikerinnen in den Gemälden und eröffneten die Ausstellung musikalisch. Carla Heinemann und Frida Hegemann aus der Geigenklasse von Kerstin Weuthen hatten sich zu diesem Spaß überreden lassen. Die Begeisterung und Freude war Josef Jan Michnia anzusehen.

Josef Jan Michnia lässt sich schwerlich in eine Schublade des Stils sperren: Er widersetzt sich Trends und Moden und bleibt immer Michnia. In seiner umfangreichen, seit Jahren wachsenden Serie der Musikbilder dominieren außergewöhnliche Formen und Farben. Seine Geigerinnen, Saxophonistinnen, Bassistinnen sind langgestreckte, extrem schlanke, biegsamen Figuren mit ausufernden Armen und Beinen. Hier und da scheint die Leinwand zu klein für ihre Gliedmaßen zu sein, dann verlassen sie sie und kehren an anderer Stelle wieder. Sie spielen nicht nur ihre Musik, sie scheinen mit ihr verwachsen zu sein.

Fast immer sind die Augen der Musikerinnen geschlossen. Knallbunt sind sie und stehen damit in einem witzigen Gegensatz zu den Realitäten eines Orchester- oder Solistenauftritts, bei dem doch die Schwarz- und Weißtöne in der Kleidung überwiegen. Erfrischend frech, peppig, einfach anders sind die Musikerinnen bei Michnia – aber musikalisch sicher nicht weniger seriös. „Die Saiten schweigen, aber nicht der Klang der Violine in mir“ – so lautet der Titel der Ausstellung.

Diese Worte sind einem Gedicht von Michnia entnommen. Der Maler widmet sich nicht nur der Malerei, auch das Schreiben gehört neben der Liebe zur Musik zu seinen künstlerischen Prioritäten. Die Musikschule feiert in diesem Jahr ihren 60. Geburtstag. „Music is magic“ lautet das Motto. Anlässlich des Jubiläums hat Malescov Josef Jan Michnia eingeladen, seine Bilder zu präsentierten. Michnia ist bereits zum dritten Mal Gast in der Musikschule. Josef Jan Michnia wurde im oberschlesischen Waldbrücken geboren. Seit 1988 lebt er in Mönchengladbach. Sein Atelier führt er auf der Waldhausenerstraße.

Die Ausstellung wird bis Dezember 2019 in den Räumen der Musikschule zu sehen sein.

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