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Mönchengladbach: Musiker Nicky Gebhard gestorben

Musik in Mönchengladbach : Musikszene trauert um Drummer Nicky Gebhard

Als Schlagzeuger der Band Wallenstein kam er nach Gladbach. Der Musiker und Musikpädagoge prägte die regionale Kulturlandschaft. Am Wochenende ist der gebürtige Berliner im Alter von 68 Jahren gestorben.

Ein Vollblutmusiker mit internationalem Renommee ist gegangen. Unerwartet starb am Samstag Nicky Gebhard, Schlagzeuger, Musikpädagoge, Komponist und Autor. Der Rock- und Jazzmusiker wurde 68 Jahre alt.

Der gebürtige Berliner, der in Dortmund aufwuchs, zieht Mitte der 1970-er nach Gladbach, als die Classic-Rock-Band Wallenstein einen neuen Mann am Drumset braucht. Fast vier Jahre trommelt Gebhard in der gefragten Rockformation um Jürgen Dollase. Dass er Profimusiker werden will, steht für Nicky schon mit 16 fest: Da büxt er aus nach Münster, wo Jimi Hendrix ein Konzert gibt. Es wird sein Leben bestimmen. Neben dem Bandleader fasziniert Nicky besonders Drummer Mitch Mitchell. Jahre später wird Mitchell ihm für ein Interview zur Verfügung stehen. Es folgen Gespräche mit weiteren berühmten Schlagzeugern, darunter Elvin Jones, Billy Cobham, Omar Hakim und Terry Bozio.

Seine Fähigkeiten behält Nicky nicht für sich. Nach dem Musikpädagogik-Studium wird er Dozent an der Musikschule Mönchengladbach. Dort baut Gebhard die Abteilung für Jazz und Rock auf, leitet das Percussion-Ensemble. Dann wagt er den Schritt in die Selbstständigkeit. Er gründet das Groove! Institute (später Musikschule Groove), das er 20 Jahre leitet. Er initiiert den Groove-Chor und die Groove-Bigband.

Aus seinen Erfahrungen entwickelt er Schlagzeug-Lehrbücher. Und er bringt Produktionen auf Vinyl und CD heraus, zuletzt Tonträger aus Fusion-Projekten seiner Bands „Gee Fresh“ und „Grand Jam“. Dafür holt er sich renommierte Musiker ins Studio, darunter Steve Lukather, Steve Stevens oder Bill Evans.

Nicky Gebhard hinterlässt eine Lücke in der regionalen Musikszene. Sein ehemaliger Weggefährte, der Gitarrist Gerd Klöcker sagt über ihn: „Nicky war ein guter Freund, wir haben viel zusammen musiziert, oft zusammen gelacht. Ich musste schmunzeln, wenn er sich den Fanschal von Borussia Dortmund umlegte, sobald im Fernsehen ein Spiel dieser Mannschaft lief.“ Seine Frau, Monika Melzer, muss damit zurechtkommen, dass Nickys ausladendes Drumset fortan schweigt.