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Mönchengladbach: Mord vor malerischer Kulisse

Literatur in Mönchengladbach : Mord vor malerischer Kulisse

Arnold Küsters jüngster Krimi „Klippentod“ spielt in Cornwall. Passend zum Tatort wählt der Autor ein englisch klingendes Pseudonym. Im Buch geht es um rätselhafte Todesfälle.

Ausgerechnet im malerischen Fischerdorf Cadgwith siedelt Autor Arnold Küsters seinen neuesten Krimi an. Der heißt „Klippentod“ und erzählt auf 556 Seiten die spannende Geschichte um rätselhafte Todesfälle. Im Mittelpunkt steht der ehemalige Polizist Simon Jenkins. Traumatisiert von einem schweren Unfall im Dienst will Jenkins am äußerstem Südwestzipfel von England Abstand vom früheren Leben gewinnen und als Maler leben.  Sein Vorsatz, nie mehr zu ermitteln, gerät ins Wanken, als ihn die junge Victoria um Hilfe bittet und tags darauf unterhalb der Klippen tot aufgefunden wird.

Die Polizei geht von einem Unfall aus. Doch Mary, eine Freundin der Toten, vermutet einen Mord und beauftragt Jenkins zu ermitteln. Dessen Nachforschungen stoßen auf heftigen Widerstand bei der Polizei vor Ort. Noch ehe Jenkins eine Spur hat, wird eine zweite Frau ermordet.

„Das Fischerdorf Cadgwith zählt zu den Orten, die etwas mit einem machen. Die wunderbare, sanft hügelige Landschaft von Cornwall ist so liebreizend, dass ich mich als Autor natürlich frage, ob da wirklich alles so nett sein kann“, verrät der Mönchengladbacher augenzwinkernd zum fiktiven Tatort. Küsters attestiert sich eine große Liebe zum Inselstaat und insbesondere zu Cornwall. „Da hat es mich immer schon hingezogen, und in meinem früheren Leben war ich Englischlehrer“, so der 66-Jährige.

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Passend zum gewählten Schauplatz legte er sich für den Cornwall-Krimi das englischklingende Pseudonym Ian Bray zu.  In ausführlichen Schilderungen der Landschaft unter wechselnden Wetterlagen spiegelt sich Küsters Begeisterung für den Landstrich, der nicht einfach nur Kulisse für die Handlung, sondern heimliche Hauptfigur ist. Wiederholt ist im Buch thematisiert, wie das Meer den Fischern Arbeit gibt, aber auch zur tödlichen Gefahr werden kann. Bereits die ersten Sätze des zunächst geheimnisvoll anmutenden Prologs umreißen die widersprüchlichen Gesichter der See, die rau, aber auch überraschend ruhig sein kann. Ausführlich entfaltet Küsters die Charaktere der Protagonisten. Er lässt den Leser an deren Gedankenwelt teilhaben, ebenso schildert er in Perspektivwechseln Beobachtungen aus der Warte ihrer Freunde und Gegenspieler. Hauptfigur Jenkins ist zudem über sein verzweifeltes Ringen mit der eigenen Kunst charakterisiert.  Für die Figur des Simon Jenkins wählte Küsters ein reales Vorbild. „Der Mann war ein sanfter Mensch und Polizeibeamter. Ich habe gefragt, ob ich ihn als Figur in die Romanhandlung einbeziehen darf, und er hat sich gefreut“, erzählt der Autor. Über sukzessive eingebrachte Hinweise auf die Vorgeschichten der Beteiligten legt er Spuren aus, gibt Rätsel auf. Leser aus Küsters persönlichem Umfeld dürften in den Pub-Szenen mit Musik dessen persönliche Liebe zur Bluesharp wiederfinden.