Neue Sinneserfahrung mit Kunst Sehen mit Händen und Ohren

Mönchengladbach · Das Museum Abteiberg lädt ab und zu auch Menschen mit Sehbehinderung zum Erleben der Ausstellung ein. Tamara Herbers begibt sich bei ihrer Führung mit den Teilnehmern auf eine experimentelle Reise.

 Die Besucher durften ausnahmeweise bei dieser Sonderführung auch Werke ertasten, um so Form und Material zu erspüren.

Die Besucher durften ausnahmeweise bei dieser Sonderführung auch Werke ertasten, um so Form und Material zu erspüren.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Ohne Augen sieht die Welt ganz anders aus. Da entsteht das Bild von dem, was um einen herum ist, auf Umwegen im Kopf: Die Haut meldet Kontakt mit dem kühlen, glatten Plastikstuhl, die Hand der Begleiterin auf der Schulter spendet Sicherheit in einem Raum, der sich groß und leer gibt, fremd mit den Geräuschen der Leute, die zu der kleinen Gruppe gehören, den anderen, die weiter hinten, vielleicht hinter einer Ecke, miteinander flüstern. Irgendwo Kinderstimmen. Die Ohren greifen nach jedem Strohhalm. Und wonach riecht es? Überhaupt, wie fühlt sich das an, weswegen die Besucher hier sind an einem Sonntagmorgen im Museum Abteiberg: Kunst?