Mönchengladbach: Mischpoke bringt Kunst ins leere Krankenhaus Maria Hilf

Kunst in Mönchengladbach : Mischpoke bringt Kunst ins leere Krankenhaus Maria Hilf

26 Räume – einschließlich der Operationssäle, Chefarztbüros und der Krankenhaus-Küche werden von 26 Künstlern unterschiedlich transformiert.

Die 14. Ausstellung des Kunstvereins Mischpoke knüpft in Format und Konzeption an die Ausstellungen im ehemaligen Van-Laack-Gebäude an der August-Pieper-Straße, in Mönchengladbachs erster überdachten Einkaufspassage, dem inzwischen abgerissenen Lichthof und im Franziskanerkloster am Bunten Garten an. 26 Räume – einschließlich der Operationssäle und des Chefarztbüros, der Personalküche und eines schalltoten Raumes im Bereich der Hördiagnostik – werden von 26 Künstlerinnen und Künstlern auf ganz unterschiedliche Weise transformiert.

Petra Albrand, Jonas Bechtloff, Christoph Bucher, Minerva Cuevas, Julian Flemming, Jörg Gelbke, Emily Goede, Alex Grein, Brigitta Heidtmann, Jellyspoor, Birgit Jensen, Karlheinz Koch, Sulamith Loomans, Jon Moscow, Nadja Nafe, Kriz Olbricht, Julia Reitz, Reinhold Richter, Markus Radermacher, Roland Schön, Anna Schütten, David Semper, Severin Spengler, Katharina Stanger, Viktoria Strecker und Till Terschüren präsentieren ihre überwiegend ortsbezogene Arbeiten in den seit Januar leerstehenden Räumen der Krankenhaus-Ikone Maria-Hilf.

Wo sich einst das organisatorische Zentrum der HNO-Abteilung, die Anmeldung und das Sekretariat befand, zeigt das Künstlerduo Jellyspoor (Evamaria Schaller und Andreas Gehlen) drei verschiedene, in diesem Raum aufgenommene Performances auf einer rotierenden Projektionsfläche. Emily Goede verwandelt den ehemaligen Kopierraum in ein Pflanzenlabor, und im Abstellraum – dem Lagerort von Tupfern, Nasensaugern und Tamponaden – überzieht die Düsseldorfer Künstlerin Birgit Jensen die Wände mit einem poetischen Wortgeflecht aus dem vor Ort vorgefundenen Text- und Bildmaterial. David Semper nutzt Graphitstifte, um die Arbeitsspuren auf den Oberflächen der Einrichtung der OP-Vorbereitung zu visualisieren, während Nadja Nafe dem Besprechungszimmer eine neue Einrichtung verpasst.

Im Wartebereich gleich hinter der Eingangstür des HNO-Traktes hängen 18 Zeichnungen der Gladbacherin Julia Reitz, und in einem der Räume der ehemaligen Hördiagnostik zeigt Minerva Cuevas, die mexikanische Atelierstipendiatin der Stadt, ihre Abschlussarbeit. Darin greift sie das Thema Braunkohletagebau auf, ohne ihn zu zeigen. Ihr Video mit dem Titel „Die Lehren aus dem Wald I“ präsentiert den Hambacher Forst als menschenleeren Buchenwald.

Ein Orgelkonzert mit Reinhold Richter und ein Konzert mit Julian Flemming bilden das Rahmenprogramm der Ausstellung. Mischpoke verlost im Rahmen einer Tombola zwei Arbeiten teilnehmender Künstler.

Die Vernissage diese Woche Freitag, 30. August, beginnt um 19 Uhr. Eine Einführung durch die Kunsthistorikerin Ulrike Lua findet um 20 Uhr statt. Um 21 Uhr wird Reinhold Richter auf der Orgel der Krankenhauskapelle ein Konzert geben. Die Ausstellung ist am 31. August und am 1. September, am 7. und 8. und am 14. und 15. September jeweils von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Jeweils um 15 Uhr wird es eine Führung geben.

(RP)
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