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Mönchengladbach: Michael Sommer startet Bandprojekt und nimmt CD auf

Musik in Mönchengladbach : Popmusik aus dem Homeoffice

Musiker Michael Sommer von der Remember Band hat Kollegen zu einem Social-Distancing-Bandprojekt eingeladen. Die Bucket Boys produzieren im familiären Homeoffice ihre Jubiläums CD.

Über 11.000 Klicks in knapp zwei Tagen erhielt das Video mit dem Song „We are the World“. Die auch über Deutschlands Grenzen hinaus wahrgenommene Aufnahme ist ein Gemeinschaftsprojekt von Mönchengladbacher Popmusikern und im Gegenentwurf zur coronabedingten Zwangspause von Live-Konzerten entstanden. Die überaus positive Resonanz lässt vermuten, dass der Run auf das Video anhält. Dessen Entstehung basiert auf Michael Sommers Idee eines Social-Distancing-Bandprojekts.

„Eine so massive Verbreitung war eigentlich gar nicht unser Bestreben, und für ein im Grunde lokal bezogenes Projekt ist die Resonanz schon toll“, jubiliert der Musiker der Remember Band. Nach einem Blick ins persönliche Telefonbuch hatte er Kollegen, die er durch frühere Zusammenarbeit kannte, aufgefordert mitzutun. „Das Livefeeling kann so natürlich nicht ersetzt werden. Aber die Begeisterung war sofort da“, kommentiert Sommer die spontane Euphorie seiner Mitstreiter. Er gab den Song und eine Grundlinie vor. Dazu gestalteten Kollegen, wie Alex Behrens, Steffi Steglich, Andrea Wolter, Jule Kühl, Heinrich Verheyden, Jonas Janßen, Michael Grulke, Lydia Haurenherm und Achim Buschmann ihren Part. „Für die Instrumentalisten war es nach ihren technischen Möglichkeiten aufwendiger, aber die Sänger haben oft einfach in die Selfie Kameras ihrer Handys gesungen“, sagt Sommer. Am Ende mixte er in „Sandwich-Manier“ über 30 Tonspuren.

Initiator des Social-Distancing-Bandprojekts Michael Sommer begleitet die Sänger am Klavier. (Screenshot) Foto: Sabine Janssen

Michael Lange von den Bucket Boys vermisst nicht nur das gemeinsame Musizieren auf der Bühne, sondern auch den Besuch von Konzerten. „Das tut schon weh. Man merkt schmerzlich, dass einem die Musik fehlt, wenn sie abhandenkommt“, sagt der Sänger. Das Geld für bereits erworbene Konzertkarten anderer Bands will er aus Gründen der Fairness gegenüber Kollegen nicht zurückfordern.

„Es gibt keine Schublade“, sagt er über den Mix von Rock, Blues und Country-Musik, für den die Bucket Boys stehen. „Wir sind etwas anders“, erklärt Lange die Bandbesetzung, die sich zu drei Fünfteln aus Familienangehörigen mit gleicher Adresse zusammensetzt. In Zeiten der Corona-Krise ist das natürlich ein absoluter Vorteil. Die beiden Brüder Helge und Michael sowie Sängerin Petra Lange können gemeinsam proben und musizieren. Damit steht der Produktion der für den Herbst geplanten Jubiläums CD zum 25-jährigen Bandbestehen nichts im Wege. Denn glücklicherweise sind die Einsätze von den Nichtfamilienmitgliedern Andreas Kehren (Bass) und Joe Vander (Drums) bereits aufgenommen. Über Zuschaltung können sie virtuell die Arbeit der anderen verfolgen.

Die Bandmitglieder hoffen, spätestens im Herbst wieder gemeinsam auftreten zu können. Dann wollen sie auch die neuen Songs vorstellen, deren Einführung eigentlich für den Sommer geplant war. Die Brüder Lange unterrichten ihre Schüler online. Dank ihrer Arbeit für eine Online-Musik-Bibliothek laufen Lizenzzahlungen weiter. Daher trifft sie der durch Konzertausfall bedingte Einkommensverlust weniger hart als manche Kollegen.

Durch die Sorge um die Sommermusik Schloss Rheydt, fand Veranstalter Günter vom Dorp bisher nicht die Zeit für ein Social Media Projekt mit der Sixties Band FUN. Er verspricht: „Wir werden Wege finden, wie wir an die Fans rankommen und ihnen Mut machen, vielleicht in Kooperation mit dem Jugendsinfonieorchester der Musikschule“.

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