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Mönchengladbach: Menia zeigt bunte und brisante Bilder im Projektraum EA71

Ausstellung in Mönchengladbach : Menias Bilder sind bunt und brisant

Die Arbeiten der Künstlerinnen im Projektraum EA71 irritieren auf den zweiten Blick. Die Ausstellung ist bis 12. Dezember noch zu sehen.

Sie hellen düstere Novembertage auf, die kräftigen Blumenporträts der Künstlerin Menia. Eine ganze Reihe davon präsentiert sie in ihrer neuen Ausstellung im Projektraum EA71. Für sich allein gesehen sind es lebensfrohe Pflanzen, leuchtend farbig gemalt. Doch tauchen die gleichen Blumen in Menias großen Bildkompositionen auf, beginnt es den Betrachter zu gruseln und nachdenklich zu machen. „Menia bringt Natur und Kultur in einen direkten Bezug“, sagt Kunsthistoriker Bernhard Jansen, der die Ausstellung mit Menia organisiert hat.

Die 1965 im polnischen Zabrze geborene Malerin widmet sich in ihren in einem naiv-dekorativen Stil gemalten Bildern häufig brisanten politischen und gesellschaftlichen Themen, die sie mit unnachgiebiger Härte darstellt. Einer Härte, die durch die harmlos wirkende Malweise erst auf den zweiten Blick, dann aber umso heftiger beim Betrachter ankommt. So ist es auch in den Bildern im EA 71: „Viola mit Veilchen“ heißt eines. Zu sehen ist ein hübsch gekleidetes Mädchen mit einem Veilchenstrauß in der Hand – und etlichen Veilchen in Gesicht und an den Armen. Dass eine zarte Blume für die durch Gewalteinwirkung entstandenen Blutergüsse in blau und rot herhalten müssen, ist schon böse genug. Dass ein Mensch überhaupt misshandelt wird, sich aber nichts anmerken lassen darf, sondern unbekümmert dreinschauen soll, prangert Menia an.

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Einen Schritt weiter geht sie mit dem großformatigen Gemälde mit dem Titel „Im Garten der Unschuld“. In einer Idylle aus Lilien, Veilchen, Gänseblumen, weißen Rosen und Lavendel bietet ein als Kleriker zu erkennender Mann einem bis auf die Unterhose unbekleidetem Kind einen Apfel an. Mit dem an einen Putto erinnernden Kleinkind, mit den floralen Symbolen für Reinheit und Unschuld und dem Apfel als Symbol der Verführung zitiert Menia vertraute Motive der Kunstgeschichte. Die im Bild offensichtliche Tatsache des missbräuchlichen Verhaltens eines Klerikers, so Menia, ist Ausgangspunkt dafür, über die Historie nachzudenken, um über Missbrauch und Gewalt in den Jahrhunderten und in den jeweiligen Systemen von Autorität nachzudenken.

„Neues aus Florissimo und Glaubensbekenntnissen“ an der Eickener Straße 71 ist bis 12. Dezember an Wochenenden von 12 bis 16 Uhr zu sehen oder nach Vereinbarung unter menia-art@t-online.de. 2G-Nachweis sowie FFP-2-Maske sind erforderlich.