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Mönchengladbach: Kurzkritik zu Sinatras Leben

Kurzkritik : Sinatras Leben im Spiegel seiner Songs

Der Wechsel der Sichtweisen bestimmt Michael Ophelders Blick auf das Leben des großen Entertainers. In der Studiobühne des Theaters Mönchengladbach gibt der Schauspieler das Double und das Original.

So lässt er denn auch die Ikone der Unterhaltungsbranche mitunter die Erzählungen des Außenstehenden dementieren. Schon damals habe es „Fake News“ gegeben, die seinerzeit noch „Gerüchte“ genannt wurden, heißt es da. Nach der Pause ist Ophelders nur noch Sinatra. Das Double hat ausgedient, nicht zuletzt wegen der Plaudereien über die Sinatra nachgesagten Verbindung zur Mafia. Die von Ophelders mit Jürgen Lorenzen entwickelte Hommage „Ol´ Blue Eyes“ bietet einen unterhaltsamen und charmanten Blick auf ein Leben. Ophelders entfaltet die Rollenwechsel in fließenden Übergängen und singt die großen Hits, die unweigerlich mit Sinatra verbunden sind und nun Stationen seines Lebens kommentieren. Gleich zu Anfang lässt er das Double sagen, „The Voice“ lasse sich nicht wirklich kopieren. Beim Verzicht auf eine Stimmimitation fängt Ophelders anschaulich und authentisch das Zeitkolorit der Songs ein, den Drive und mitunter auch die Melancholie. Er lässt verschmitzte Wesenszüge des Idols aufblitzen, zeigt die Attitüde des Entertainers wie auch den Blick hinter eine solche Maske. Die Hommage ist auf einen Darsteller zugeschnitten und lebt zugleich von der engen Verknüpfung mit dem Pianisten. Zur Premiere gestaltete Jochen Hartman-Hilter (Zweitbesetzung Winni Slütters“) hinreißend den Sound mit der passenden Lässigkeit, Leichtigkeit. Die Premierenzuschauer dankten mit langem Beifall. Weitere Termine: 29. März, 5. und 21. April. Angela Wilms-Adrians