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Mönchengladbach: Kurzkritik zu Konzert von Joscho Stephan im BIS-Zentrum

Konzert in Mönchengladbach : Überbordende Spielfreude traf auf Virtuosität

Gitarrist Joscho Stephan begeisterte mit seinem kongenialen Partner Sven Jungbeck die Zuhörer seines Konzertes im Garten des BIS-Zentrums. Eine Kurzkritik.

„Da möchte man Gitarre sein!“ Die Besucherin im eleganten Einteiler brachte es treffend auf den Punkt, kaum waren die Worte ausgesprochen zart errötend wie ein verliebter Teenager. Mit dem Gitarrenvirtuosen Joscho Stephan hat Gladbach einen Weltklasse-Vertreter des Genres Gypsy-Swing unter seinen Bewohnern, und, coronabedingt, weilte er am Samstagabend nicht, wie ursprünglich geplant, auf USA-Tour, sondern im lauschigen Garten des BIS-Zentrums. Dort genossen 80 Gäste – mehr gehen wegen der geltenden Abstandsbestimmungen derzeit nicht hinein – einen stimmungsvollen Abend mit dem bestens aufgelegten Ausnahmemusiker und seinem kongenial agierenden Rhythmusgitarristen Sven Jungbeck.

Mit den ersten Takten der Beatles-Nummer „Can‘t Buy Me Love“ gab das Duo sogleich die Marschrichtung für den weiteren Verlauf des Abends vor: Überbordende Spielfreude traf auf Staunen machende Virtuosität. Die anschließend präsentierte Django-Reinhardt-Kompostion „Minor Blues“ ließen zahllose eingeflochtene musikalische Zitate funkeln wie die geschliffenen Facetten einen Diamanten. Wandlungsfähig und virtuos, technisch brillant und in traumwandlerisch sicherem Zusammenspiel nahmen Stephan und Jungbeck das begeisterte Publikum mit auf eine musikalische Reise, die mal intime, gefühlvolle Momente bot, um dann wieder in schwindelerregende Hochgeschwindigkeits-Swing-Orgien auszuufern. Immer wieder gewürzt mit den vor Humor und Selbstironie sprühenden Zwischenansagen Joscho Stephans, die jedem Stand-Up-Comedian zur Ehre gereicht hätten. Stehende Ovationen. Dieter Mai