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Mönchengladbach: Kurzkritik zu Hastenraths Will im Roten Krokodil

Kurzkritik : Top-Humor trotz zunehmender Virendichte

Hastenraths Will gastiert im Roten Krokodil und zeigt seinem Publikum, dass die Welt eben doch nur ein Dorf ist.

Die Situation ist sehr dynamisch. Letzte Woche hätte man noch nicht sagen können, dass heute Abend im Roten Krokodil mehr Zuschauer sind, als zeitgleich im Borussia-Park“. Der charismatische Landwirt und Ortsvorsteher Hastenraths Will war nach Abwägungen zu dem Schluss gekommen, die Veranstaltung nicht abzusagen, mit der Option, gekaufte Karten für einen Auftritt im September umtauschen zu können. Viele entschieden für sich selbst: Auch bei zunehmender Virendichte darf der Humor nicht zu kurz kommen und so startete die eigentlich ausverkaufte Veranstaltung mit etwa zwei Drittel des Publikums.

Zum ersten Mal war Christian Machalski alias Hastenraths Will im Roten Krokodil zu sehen. Von seinem dort aufgebauten Oval Office des Selfkants machte er Politik mit Stallgeruch.

In dem Programm „Die Welt ist ein Dorf“ karikiert er die großen Fragen der Politik und des Lebens und bricht sie auf die alltäglichen Schwierigkeiten der Menschen herunter. Themen wie „Globalisation“ bewegen ihn, auch die Veränderung des Lebensabschnitts „Ruhestand“.

In Manier der Oma, welche sich sprachlich gewandt um schlüpfrige Aussagen herumnavigiert, streift er Tinder und die Partnerwahl online. Im Wahlkampf um die Ortsvorsteherschaft seines Dorfes spielt er mit Rollenklischees und verblüfft die Zuhörer mit Wortwitz und Sprachverdreher.

Abschließend freut er sich, den Horizont der Anwesenden etwas erweitert zu haben. „Ich hoffe, keiner von Sie geht heute Abend blöder nach Hause, als er gekommen ist.“ Renate Resch