Mönchengladbach: Kunst nach der „goldenen“ Altstadt-Ära

Mönchengladbach : Kunst nach der „goldenen“ Altstadt-Ära

Nach dem langen Kneipensterben gibt es viel Neues im Viertel: Eine„Vakanz“ für Möglichkeitsräume.

Die „Goldene Ära“ der Mönchengladbacher Altstadt hat sich rückblickend als nicht überlebensfähige Monokultur herausgestellt.  Insgesamt 37 leerstehende Objekte zwischen dem Alten Markt und der Sternstraße sind Zeugnisse des in den 1990er Jahren eingesetzten Kneipensterbens auf der Partymeile. Die inzwischen gesundgeschrumpfte Ausgehmeile hat jedoch auch viel Raum für Neues preisgegeben. Das zeigt das Projekt „Vakanz“: Mit künstlerischen Interimsnutzungen beginnt die Initiative Altstadt, die neuen Möglichkeitsräume zurückzuerobern und ihnen eine andere Nutzung zuzuführen.

Renommierte Kunstschaffende unterschiedlicher Disziplinen nutzen die Räume, um zu arbeiten, zu experimentieren und um aus ihnen heraus eine Wirkung im öffentlichen Raum zu erzeugen. Das spannungsvolle Umfeld der Waldhausener Straße liefert dabei eine Vielzahl von Eindrücken und dient als Inspiration für künstlerisches Schaffen.

Das können Besucher am Wochenende nun erkunden: Unter dem Motto „Jeder macht was!“ öffnet sich das Projekt „Vakanz“ morgen ab 14 Uhr erneut der Öffentlichkeit. Interessierte Menschen können einen Blick in die temporären Kunsträume werfen, mit Kunstschaffenden ins Gespräch kommen und dabei natürlich auch völlig neue Eindrücke gewinnen.

Lars Wolter lädt zu Musik und Gesprächen ins Haus Waldhausener Straße 10, Klaus Schmitt führt letzte Handgriffe an einer großen Fassadenumspannenden Arbeit an der Hausnummer 65 aus und zeigt außerdem einen Film im Pilates-Haus (Hausnummer 24). Die Installation „Haus Neuland“ von Josephine Garbe ist am ehemaligen Gravel Pit/Alter Ulan (Hausnummer 29) zu erkunden. In der Nummer 62 sind die Ateliers von Lucie Gorzolka, Jonas Habrich und Sarah Link zu besichtigen.

Außerdem hat sich der Verein „Schrei auf“ im Erdgeschoss des Hauses ein temporäres Performance-Laboratorium eingerichtet, das ebenfalls zu besichtigen sein wird. Garvin Dickhof lädt zu einer besonderen Führung ein, bei der die mit Füßen getretene Subkultur erkundet wird. Treffpunkt für diese besondere Erkundung des öffentlichen Raum ist um 16 Uhr die Stahluhr am oberen Ende der Waldhausener Straße.