Mönchengladbach: Kunst aus Schulbüchern in der Stadtbibliothek

Stadtbibliothek Mönchengladbach : Van Gogh auf Schulbüchern

Schüler des Huma-Gymnasiums haben aus alten Schulbüchern neue Kunstobjekte geschaffen – zu sehen in der Stadtbibliothek.

Auf einem Bücherstapel sieht man den tiefblauen Himmel mit leuchtend gelben Sternen über einer Stadt. Wer den niederländischen Maler Vincent van Gogh kennt, erkennt es leicht wieder: Die Bücher sind nach dem Vorbild seines berühmten Gemäldes „Sternennacht“ bemalt.

Die 16-jährige Amy hat sich das Motiv ausgesucht. Sie interessiert sich generell für den Künstler: „Ich finde van Goghs Lebensgeschichte sehr interessant, weil er es als Maler nicht immer leicht hatte. Seine Emotionen kommen in den Bildern stark zum Ausdruck.“ Amy ist Schülerin der Einführungsphase in die Oberstufe des Stiftischen Humanistischen Gymnasiums. Auch die anderen Schüler aus der Stufe hatten die Aufgabe, sich verschiedene Bilder und Motive van Goghs für die Gestaltung der Bücher auszusuchen. Die fertigen Projekte werden jetzt im Foyer der Stadtbibliothek ausgestellt.

Die Bücher sind mit Wandfarbe bemalt. Einfach loslegen und drauf los malen wie auf einem Blatt Papier – das ging aber nicht: Zunächst hätten die Schüler die Bücher stapeln und zusammenkleben müssen, erklärt Amy. Danach hätten sie das Ganze mit weißer Farbe grundiert, damit die anderen Farben halten und nicht die Cover der Bücher durchscheinen. „Es war teilweise schwierig, die gestapelten Bücher zu bemalen, weil man das aus verschiedenen Perspektiven tun musste und nicht einfach von oben bemalen konnte, wie bei einem Papier“, erzählt Schülerin Johanna (16).

Die Idee zu dem Kunstprojekt hatte Kunstlehrerin Astrid Pfennig. Sie hat sich an dem Künstler Mike Stillkey orientiert, der ganze Bücherwände mit seiner Kunst bemalt. Die Schüler hätten sich gefreut, etwas neues auszuprobieren und hätten motiviert an ihren Kunstwerken gearbeitet. Und der 16-jährige Jost bestätigt: „Ich fand es cool, dass das Projekt mal etwas anderes war. Als Schüler freut man sich natürlich immer, wenn man Schulbücher bemalen darf.“ Insgesamt vier bis fünf Doppelstunden hatten sie für ihre Kunstwerke Zeit.

Bücherkunst hat Astrid Pfennig schon öfter in den Unterricht integriert. „Es gab auch schon mal ein Projekt, bei dem die Schüler in Büchern sägen und sie knicken durften und so Kunstwerke entstehen lassen haben“, sagt die Pädagogin. Der Schulleiter Thomas Hollkott hat einige der Buchprojekte schon in der Schule gesehen, ist aber, als er die Ausstellung sieht, trotzdem überrascht: „Es ist beeindruckend, wie viel Mühe sich die Schüler gegeben haben und wie akkurat sie die Kunstwerke nachgemalt haben.“

Bettina Schultz von der Stadtbibliothek freut sich darüber, Schülerprojekte in der Bibliothek auszustellen: „Das macht die Bibliothek auch bei den jungen Leuten bekannter, und sie kommen vielleicht auch zum Lernen mal wieder.“ Besucher können sich das Schülerprojekt während der Öffnungszeiten der Bibliothek anschauen.

Geöffnet ist dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr.

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