Mönchengladbach : Die Autorin mit den Göttern

Die Geschichte ist schräg, sexy und absurd. Eva Engelken hat ihren ersten Roman geschrieben.

Sie hat einen skurrilen Humor, verfügt über ungebremste Erzählfreude und eine unbändige Lust am Schreiben. Eva Engelken hat einen Liebesroman geschrieben. Aber es ist mehr als ein Liebesroman geworden. Es ist Fantasy drin, Göttliches und irgendwie auch Gesellschaftspolitisches. Von allem etwas. Außerdem ist die Geschichte anrührend, lustig, schräg, sexy, absurd – und sie hat ein Happy End. Es geht um Vivian. Sie ist verheiratet und dreifache Mutter. Mit Anfang 40 fühlt sie sich wie in einer Sackgasse. War es das schon? Was soll schon noch groß kommen? Da lernt sie den attraktiven Herk kennen, in den sie sich Knall auf Fall verliebt.

Was Vivien nicht weiß: Herk ist in Wirkichkeit der Halbgott Herkules. Um Europa aus der Krise zu führen, muss er unsterblich werden. Das kann er nur, wenn er die wahre Liebe findet. Deshalb hat ihn Zeus, der die Europäische Republik kreieren will, auf die Erde geschickt. Herkules hat aber keine Lust, dem Göttervater zu helfen. Da ersinnen Aphrodite und Dionysos den ultimativen Plan: Sie wollen Herk, wie er auf Erden heißt, verkuppeln. Dann tritt Vivian in sein Leben. Und Chaos bricht aus.

„Drei Küsse für Herkules“ heißt das Buch von Eva Engelken. Stellenweise erinnert die Handlung an das Leben der Autorin. Auch sie ist (glücklich) verheiratet und hat drei Kinder. „Das Buch ist aber nicht autobiografisch zu verstehen“, sagt sie. Und die Götter? Das Interessen an ihnen hat ihr Lateinlehrer geweckt. „Wir haben damals mit ihm eine Klassenfahrt nach Griechenland gemacht“, sagt sie. „Der Lehrer erzählte uns abartige Geschichten über die antiken griechischen Götter. Aber egal, wie abgedreht diese waren, die Liebe spielte immer eine besondere Rolle.“

In ihrem Roman muss Herkules drei Aufgaben bewältigen: Er muss sich mit einer irdischen Frau vereinigen. „Das geht ganz schnell“, sagt Eva Engelken. „Die beiden verlieben sich granatenmäßig, es scheppert nur so. Und natürlich landen die beiden im Bett.“ Herkules kann wahre Liebe nur durch absolute Ehrlichkeit erlangen. Das gilt auch für Vivian. Obwohl sie unsterblich verliebt ist, siegt ihr Verantwortungsgefühl. Die dritte Aufgabe für Herkules: Er darf nicht klammern, er muss Vivian gehen lassen. Am Ende wird alles gut. Herkules wird tatsächlich unsterblich, und Vivian kehrt zurück zu ihrer Familie.

Eigentlich ist Eva Engelken Juristin. Sie hat Jura studiert und als Wirtschaftsjournalistin beim Handelsblatt volontiert und als Redakteurin gearbeitet. Es folgten Stationen bei der Wirtschaftswoche, bei der Finacial Times Deutschland, und sie schrieb für Fachzeitschriften. Ende 2006 übernahm sie eine Stelle bei einer internationalen Werbeagentur in Düsseldorf. Sie schrieb zwei Sachbücher: „Klartext für Anwälte“ und „111 Gründe, Anwälte zu hassen“. Ihr Familienleben mit Mann, Kindern und Job führte ihr immer wieder die Absurditäten des Alltags vor Augen. „Darüber wollte ich schreiben.“ Das hat sie getan.

Und auch noch gleich ihren eigenen Verlag gegründet. Eva & Adams heißt der. Und dort ist ihr Buch „Drei Küsse für Herkules“ erschienen. Als E-Book kostet es 9,99 Euro, als Taschenbuch 15,99 Euro.

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