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Mönchengladbach: Künstlerin Ruth Buchanan gestaltet Garten des Arbeitslosenzentrum

Arbeitslosenzentrum in Mönchengladbach : Warum Gärten auch Kunst sind

Die „Neuen Auftraggeber“ melden sich aus der Corona-Pause zurück. Der Entwurf der Künstlerin Ruth Buchanan für ein Skulpturenensemble im Garten des Arbeitslosenzentrums steht fest.

Kunst kann so einiges, etwa an den Wänden und im privaten wie im öffentlichen Raum stehend ästhetischen Genuss bieten. Kunst kann aber noch viel mehr: Sie kann in einer sozialen Interaktion bestehen, wenn gemeinsam von Bürgern und Künstlern Veränderungen in ihrem Ort angestoßen und Gärten angelegt oder die Aufenthaltsqualität öffentlicher Räume gemeinsam geplant und umgesetzt werden.

Schon seit längerer Zeit, wenn auch durch die Corona-Einschränkungen ruhend, existiert ein künstlerisch-soziales Projekt zwischen Mönchengladbachs „Neuen Auftraggebern“ und der Künstlerin Ruth Buchanan. Mit den Schülern des Stiftischen Humanistischen Gymnasiums wurde zunächst der Schulgarten hergerichtet, daraus ergab sich ein neues Projekt für den verwilderten Garten des Arbeitslosenzentrums.

 Schüler des Huma-Gymnasiums mit Lehrer Felix Syring im Garten des Arbeitslosenzentrums.
Schüler des Huma-Gymnasiums mit Lehrer Felix Syring im Garten des Arbeitslosenzentrums. Foto: Georg Beer

Unter den „Neuen Auftraggebern“ versteht man bürgerschaftliche Gruppen oder auch Einzelpersonen, die gemeinnützige, öffentliche und nicht kommerzielle Kulturgüter in Auftrag geben. Das Besondere: Sie führen die Projekte zwar in Eigeninitiative durch, werden aber begleitet von professionellen Kulturmediatoren und Künstlern. In Mönchengladbach sind diese neuen Auftraggeber Schüler und Lehrer des Stiftischen Humanistischen Gymnasiums sowie das Team und die Besucher des Arbeitslosenzentrums Mönchengladbach. Die Mediatorin des internationalen Netzwerks Neue Auftraggeber und Mediatorin für das Projekt in Mönchengladbach ist Kathrin Jentges. Die Künstlerin schließlich, die mitarbeitet, ist die 1980 in Neuseeland geborene und in Berlin lebende Ruth Buchanan. In ihrer Kunst beschäftigt sich Ruth Buchanan auf unterschiedliche Arten mit gesellschaftlichen Prozessen und Veränderungen.

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In dem Projekt der Neuen Auftraggeber – und genau das passt zu Buchanans künstlerischen Interessen – stoßen ganz unterschiedliche gesellschaftliche Gruppierungen aufeinander: hier Schüler des Stiftischen Humanistischen Gymnasiums, dort Besucher des Arbeitslosenzentrums. „Eine soziale Öffnung von Gruppen findet statt, die sich sonst nicht begegnen würden“, sagt Kathrin Jentges. Die Künstlerin Ruth Buchanan, so die Mediatorin, macht aus dem bisher ungenutzten Garten des Arbeitslosenzentrums einen neuen, öffentlich zu nutzenden Ort für die Stadt. Nach dem gärtnerischen Aufräumen, an dem sich Schüler und Arbeitslose beteiligen, kommt die Kunst. Bei den Planungen dafür konnten alle Beteiligten mitreden. Aus den gemeinsamen Diskussionen entstand ein künstlerischer Entwurf, den  Ruth Buchanan „Ein Garten mit Brücken (Wirbelsäule, Magen, Kehle, Ohr)“ nennt: Eine Brücke, eine Rampe, eine Wendeltreppe und ein Pavillon sollen neue Zugänge und Verbindungen zum Garten des Arbeitslosenzentrums schaffen. Eine Einladung zum Beisammensein im öffentlichen Raum und eine Öffnung des Geländes für alle.

Zum Auftakt der künstlerischen Arbeit findet ab Juni eine Workshopreihe statt, die die Inhalte des Auftrags von vielen Seiten beleuchtet.