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Mönchengladbach: Krimifrühstück im BIS-Kulturzentrum

Krimifrühstück : Mörderische Schokolade im BIS-Kulturzentrum

Bei Kaffee und belegten Brötchen zogen die Autoren Regina Schleheck, Jörg Marenski und Jan Michaelis eine blutige Spur durch Mönchengladbach.

Unweit des „BIS“ lockt süße Verführung in Gestalt von feinster Schokolade und Pralinés. Es mag diese Nachbarschaft gewesen sein, die Jan Michaelis inspirierte, um diese Schnittstelle den Krimi „Schokolade – Schocklage“ zu entwickeln. Im Rahmen der 14. Mönchengladbacher Krimitage lieferte der Autor mit Regina Schleheck und Jörg Marenski die literarischen Beilagen zum Krimi-Frühstück im Kulturzentrum.

„Genießen Sie. Wer weiß, ob es nicht das letzte Mahl ist“, forderte Claudia Übach-Pott die Gäste beim dritten Durchgang der blutigen Spur durch Mönchengladbach auf. Michaelis zog die Spur direkt ins „BIS“, das er zum Treffpunkt der Selbsthilfegruppe für Schokoholiker in der schokoladenfreien Zone Mönchengladbach ernannte. Hier haben radikale Übergewichtsgegner Schokoladenverpackungen mit Warnhinweis und Totenkopf durchgesetzt. Aktivistin Rita Tau will ihren stärksten Gegner, den Schokoladenorgien feiernden Schleck, mittels vergifteter Schokolade ins Jenseits befördern. Humorvoll überspitzt entfaltet der Autor den Plot.

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Zur schwarzhumorigen „Null-Bock-Stimmung-Story“ aus dem Band „Wer mordet schon in Köln“ führte Regina Schleheck ihre Zuhörer zunächst bewusst in die Irre. Die lauschten der Geschichte um ein Entführungsopfer, das unbeabsichtigt zu Tode kam und nun unauffällig beseitigt werden soll. Manches ließ stutzen, schien nicht so recht zur ausgelegten Fährte zu passen, bis sich denn alles auflöste: Mit bissigem Humor hat die Autorin in ihrer fiktiven Geschichte den niemals aufgeklärten Tod von Hennes II., Maskottchen des Kölner FC, literarisch aufgearbeitet. FC-Fans beschimpften seinerzeit Borussen-Anhänger als Mörder des Geißbocks. Kölnerin Schleheck aber setzt auf Versöhnung, indem sie einem Zirkustiger die Tat zuschreibt.

Jörg Marenski entfaltete eine erdachte Geschichte um die deutsche Rocklegende Achim Reichel. Angeregt von dreizehn Liedern des Musikers habe er etliche Krimis und Novellen geschrieben, verriet Marenski. Im BIS las er aus dem Krimi „Dolles Ding“, im Titel identisch mit einem Reichel-Song. Ob sich der Held aus verzwickter Lage befreien kann, erfuhren die Zuhörer nicht. Die Auflösung überließ der Autor dem Leseeifer seines Auditoriums.