Mönchengladbach: Konzert mit dem Mathias Haus-Quartett

Jazzkonzert : Mathias Haus-Quartett im Haus Erholung

Der Musiker und Komponist Mathias Haus spielte mit zwei Schlägeln auf dem Vibraphon. Hendrik Soll spielte zwei Keyboards gleichzeitig. Auch das zweite Konzert des Jazzclubs war ausverkauft.

Der Jazzclub, durfte Frank Füser vom Organisationsteam erfreut feststellen, hat mit seinem zweiten Konzert bereits sein zweites ausverkauftes veranstaltet. Der Gewölbekeller im Haus Erholung ist als Jazzkeller tadellos geeignet, er bietet genau das richtige Ambiente. Die Bühnengröße reicht für eine Combo, die Höhe scheint genau so bemessen, dass ein Kontrabass noch aufrecht stehen kann.

Man hatte prominente Gäste eingeladen. Der Vibraphonist Mathias Haus wuchs als Sohn einer Harfenistin und eines Schlagzeugers in Düsseldorf auf. 1992 wurde er Dozent an der Wuppertaler Abteilung der Musikhochschule Köln. Zahlreiche Preise und Ehrungen bekam er zugesprochen:1987 erhielt er als Instrumentalist den „Gary Burton Award“ und ein Jahr später als Komponist den „John Dankworth Award“. 1989 folgte der Förderpreis für Musik der Stadt Düsseldorf und 2002 der Jazz Pott.

Nach Mönchengladbach kam er mit seinem Quartett, für das er mit Hendrik Soll (Keyboards), André Nendza (Bass) und Mirek Pyschny (Drums) ausgezeichnete Mitspieler gefunden hat. Dass der Instrumentalist Haus sich gleichermaßen als Komponist versteht, war nicht zu übersehen. Auf dem Programm standen eigene Kompositionen, die er vor kurzem in ein neues Doppel-Album einspielte. Das ist bereits erhältlich und konnte so von Haus bereits angeboten werden – nicht zuletzt als geeignetes Weihnachtsgeschenk.

Mit ostinaten Figuren ging es los, man fühlte sich etwas an Minimal Music erinnert. Im Laufe des Abends wurden dann die unterschiedlichsten Register gezogen. Schwindelerregende Tempi wechselten mit einer ruhigen Ballade ab; Lyrisches erklang im Wechsel mit angespannter Nervosität. Fürs Virtuose erhielten alle vier Spieler Gelegenheit, die sie in beeindruckenden Soli nutzten.

Mathias Haus hielt stets in jeder Hand zwei Schlägel, die er mit bewundernswerter Sicherheit über die Metallplatten führte. Hendrik Soll saß zwischen zwei Keyboards. Die setzte er auch gleichzeitig ein, spielte mit zwei Händen auf zwei Instrumenten. Dabei nutzte er das rechte E-Piano vorwiegend fürs Melodische; auf dem linken ließ er Halteakkorde erklingen. Seine Technik war beachtlich. Soli wurden nicht nur auf dem Vibraphon und auf dem E-Piano gespielt, sie waren auch vom Bassisten und vom Schlagzeuger zu hören und wurden vom Publikum ebenfalls mit lebhaftem Beifall gewürdigt. Brillant war auch, wie sich unterschiedliche, komplizierte Rhythmen in Schlagzeug und Vibraphon miteinander vermischten.

Der Jazzclub Mönchengladbach, vor zwei Jahren gegründet, befindet sich offensichtlich auf einem guten Weg. Für den 28. November hat er den niederländischen Saxophonist Hans Dulfer eingeladen. Nur noch ein Drittel der Karten ist im Vorverkauf erhältlich.

Was sich der Club noch wünscht, sind weitere Mitglieder. Der Beitrag ist bescheiden. Er beträgt zwölf Euro im Jahr, mit anderen Worten: pro Monat ein Euro.

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