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Mönchengladbach: Konzert für die Katz im Bunker Güdderath beim Festival Herbstzeitlose

Musik in Mönchengladbach : Ein Schnurren, Knurren und Miauen am Flügel

Wie eine Katze auf klassische Musik reagiert, konnten die Besucher beim Konzert des Festivals Herbstzeitlose im Bunker Güdderath beobachten. Elmar Lehnen, Basilika-Organist in Kevelaer, improvisiert. Katze Rudy lauschte hoheitsvoll.

Konzert für die Katz – genauso hatte Bernhard Petz das Konzert beim Festival „Herbstzeitlose“ im Bunker Güdderath genannt. In diesem Jahr ist es dem Humor in der Musik gewidmet. Und Petz spielte natürlich mit den Bedeutungen des Mottos: „In der Kultur haben wir wahnsinnig viel für die Katz gemacht“, erklärte er. Aber dieses Konzert, das war für eine real existierende Katze gedacht – und für das Publikum natürlich. Eine Weltpremiere, betonte Petz, der im vergangenen Jahr ebenfalls eine Konzeptkomposition „Mit den Augen seiner Mutter“ zur Uraufführung gebracht hatte. 

Die Katze Rudy lebt seit zwei Jahren im Bunker und ist, so Petz, unfassbar musikalisch. Sie hört gern zu, wenn der Bunkier, Mitglied der Niederrheinischen Sinfoniker, auf der Tuba übt. Vor allem aber liebt Rudy den Bechstein-Flügel. Also lag es nahe, ihr ein Konzert zu widmen.

Mit dem Organisten  Elmar Lehnen fand Petz einen leidenschaftlichen Mitstreiter in Sachen Konzert für die Katz.  Im Oktober 2000 wurde Lehnen zum Nachfolger von Wolfgang Seifen zum Basilika-Organisten der Päpstlichen Marienbasilika zu Kevelaer berufen.

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Als Organist, so erklärte Lehnen, improvisiere er täglich über biblische Texte. Also habe er beschlossen, genau das auch im Konzert für die Katz zu tun: zu Katzentexten zu improvisieren. Goethe, Heine, Oscar Wilde, Rainer Maria Rilke – sie alle haben Katzengeschichten poetisch interpretiert.

Elmar Lehnen las und spielte zugleich. Das war ein musikalisches Schnurren, Knurren, auf Samtpfoten springen oder aggressives Jagen, das es in sich hatte. „Eine Weltpremiere, die nicht wiederholbar ist“, stellte der Bunker-Hausherr fest.

Und Rudy? Die Protagonistin hockte auf Petz‘ Schoß auf der Bühne, nahm sich Auszeiten im Nebenraum, sprang auf den Flügel und wieder hinab, maunzte und beobachtete ihrerseits das Publikum.

Sigrid Blomen-Radermacher