Mönchengladbach: Konzert des Ali Claudi Trio mit viel Swing im Jazkeller

Konzert in Mönchengladbach : Ali Claudi Trio beswingt den Jazzkeller

Die Band um den 77-jährigen Jazzgitarristen und Namensgeber spielte vor 100 Besuchern im ausverkauften Gewölbe von Haus Erholung ein hervorragendes Konzert unter dem Titel „The Art of Swing & More“.

Gleichermaßen überrascht wie erfreut zeigte sich das Organisationsteam des Mönchengladbacher Jazzclubs. Auch das vierte und letzte Konzert in diesem Jahr war ausverkauft. Rund 100 Zuhörer passen in den als Jazzkeller bestens geeigneten Gewölbekeller von Haus Erholung. 400 Zuhörer in vier Konzerten sind ein schöner Erfolg.

Viel Anerkennung und Begeisterung erfuhr das Ali Claudi Trio, das zwar nicht zum ersten Mal in Mönchengladbach, wohl aber zum ersten Mal im Keller der Erholung spielte. Stilistisch lag der Schwerpunkt beim Swing, wenn auch Ausflüge in die Gefilde von Bebop, Latin und Blues stattfanden und für Abwechslung sorgten. Angekündigt wurde der Abend als „The Art of Swing & More“. Der Titel passte.

Schon seit 1999 spielen die drei Musiker in dieser Formation zusammen. Seitdem sind sie nicht nur als Ensemble prächtig zusammengewachsen, sie haben auch ein umfangreiches Repertoire erarbeitet. Das reiche, meinte Bandleader Ali Claudi scherzhaft, bequem „für 14 Tage“. Die vorgestellten Beispiele hinterließen auf jeden Fall einen hervorragenden Eindruck.

Zweifellos haben hier drei Meister ihres Fachs zusammengefunden. Ali Claudi ist ein souveräner Gitarrist, der seine Improvisationen behände über das Griffbrett jagt. Mehrere Titel trug er als Sänger vor. Das machte er ebenfalls sehr sicher, auch wenn die Tontechnik seine Stimme etwas kräftiger hätte verstärken können. Meisterhaft spielten auch seine Kollegen. Hans-Günther Adam am Keyboard verfügt nicht nur über eine sichere Beherrschung der Tastatur. Mit der Geschicklichkeit eines Organisten bediente er zusätzlich mit den Füßen Bass-Pedale – ein Kontrabassist erübrigte sich damit. Durch Registerwechsel klang sein Keyboard mal wie ein Klavier, mal wie eine Hammondorgel und mitunter wie ein Glockenspiel. Schlagzeuger Christian Schröder stellte sein Können nicht nur mit komplizierten Begleitrhythmen unter Beweis, sondern auch in fulminanten Soli.

Dass sich das Trio auf den versprochenen Swing versteht, war gleich im ersten Titel von Duke Ellington zu hören. George Shearings“ „Lullaby of Birdland“ gab Gelegenheit, barocke Harmonik und Wendungen im Stile Bachs einzuflechten. Es blieb aber auch Platz fürs Ruhige und Lyrische, so Charles Trenets „La Mer“ oder die Ballade „Baby Grand“. Die besingt einen Stutzflügel, der einem Pianisten über verschiedene gescheiterte Beziehungen hinweg half.

Das Publikum verlangte mit begeistertem Applaus nach einer Zugabe. Mit der Hoffnung auf ein Wiedersehen schloss der Abend daraufhin mit „Sweet Emma“.

Was der Jazzclub im kommenden Jahr veranstalten wird, steht noch nicht fest. Genaueres ist beizeiten im Internet unter www.jazzclub-mg.de zu erfahren.