Mönchengladbach: Kammerkonzert mit lyrischem Touch im Studio des Theaters

Konzert in Mönchengladbach : Kammerkonzert mit lyrischem Touch

Im Studio des Theaters erklang klassische Musik. Rainer Maria Rilke inspirierte die Stücke des Ensembles.

Ist es erwähnenswert, dass das vierte Kammerkonzert der Niederrheinischen Sinfoniker anlässlich des Muttertags stattfand? Genau genommen nicht. Aber ein indirekter Zusammenhang ist doch auszumachen, schließlich führte das junge Mutterglück einer Cellistin zu einer Umbesetzung. Lorena Meiners übernahm den Part in Schumanns Streichquartett op. 41 Nr. 1, Gundula Leitner bei den beiden anderen Werken. Auch sonst ging es flexibel zu. Die beiden Geigerinnen Anna Maria Brodka und Noh Yun Kwak teilten die Stimmen der ersten und zweiten Violine unter sich auf, Georg Paltz wechselte zwischen Klarinette und Bassklarinette. Frei von Wechseln ging es damit lediglich für die Bratscherin Laura Krause zu.

Für den Ensembleklang blieben die Wechsel indessen bedeutungslos. Im Studio des Theaters Mönchengladbach war ein sorgfältig einstudiertes, kultiviertes Kammerkonzert zu hören. Alle Mitwirkenden zeichneten sich durch sichere Technik, saubere Intonation, Tonqualität und Präzision im Zusammenspiel aus. Die Tempi waren gut gewählt, der Gesamtklang ausgewogen. „Traumgekrönt“ war das Programm überschrieben – nach einem Gedicht von Rainer Maria Rilke. „Du kamst, und leis‘ wie eine Märchenweise erklang die Nacht“ heißt es da. Natürlich lässt sich solches Empfinden musikalisch unterschiedlich darstellen. Hier waren drei kompositorische Ansätze gegenübergestellt, die auf ganz unterschiedliche Weise zum Thema passten.

Im weiteren Sinn ließen sich alle der Romantik zurechnen, aber auf eine je andere Art und Weise. In Alexander Glasunows Rêverie orientale führte die Klarinette mit ungewohnten Intervallen in eine Zwischenwelt von osteuropäischen und orientalischen Klängen. Ausdrucksvolle langsame Sätze, ein eigenwilliges Scherzo und ein muntereres Presto waren bei Robert Schumann zu hören. Und das „Phantasy Quintet“ des Engländers York Bowen, komponiert für Bassklarinette und Streichquartett, changierte zwischen später Romantik sowie Im- und Expressionismus.

Das Programm und die tadellose Wiedergabe gefielen den Zuhörern, die die Leistungen des Ensembles mit Beifall anerkannten.

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