Mönchengladbach: Junge künstlerische Positionen zum Thema „Kinetic Machines“.

Ausstellung in Mönchengladbach : Jung, bewegt und tönend

Ab Samstag zeigt MMIII junge künstlerische Positionen zum Thema „Kinetic Machines“.

Wütendes Gerappel, krachend fallende Töne und ein dem Klagelied des Wals verwandter Ton vermischen sich zum Sound. Der begleitet die vielfältigen optischen Eindrücke der Ausstellung „Kinetic Machines“. Die wird heute im Domizil des Kunstvereins MMIII an der Künkelstraße eröffnet, einen Tag später als das Pendant in Krefeld. In beiden Häusern herrscht Bewegung zum Klingen und Lärmen eigenartiger Rhythmen. Die Arbeiten des Künstlerduos Pfeifer & Kreutzer sowie von acht Einzelkünstlern sind in der Gesamtheit spannend, subtil und gewitzt.

Die Kreativen verbindet ein junges Alter. Teilweise haben sie ihr Studium noch nicht abgeschlossen, manche Arbeiten sind eigens für den Raum entstanden. Die Ausstellung ist der zweite Teil der Reihe Zukunftslabor, die der Kunstverein Mönchengladbach in Kooperation mit dem Krefelder Verein durchführt. „Wir haben bewusst junge Künstler ausgewählt und mit der kinetischen Kunst ein Medium, das mit neuen Technologien ein junges Publikum interessieren dürfte. Wir wollen auch junge Leute für die Arbeit im Kunstverein gewinnen“, sagt Kurator Wilko Austermann. Er gibt heute eine Einführung in die künstlerischen Positionen.

Oskar Klinkhammer beteiligt sich mit einem archaisch anmutenden Konstrukt, das unter dem Titel „Palms and Parrods“ gerundete Holzscheiben mit Metallelementen zum leisen Begleitsound in Bewegung hält. In dieser Nachbarschaft stößt Hakan Eren im mehrteiligen Wandobjekt über Figuren in kreisenden Bewegungen Assoziationen an Religion und Politik an. Ortsspezifische Arbeiten lassen unschwer Parallelen zum Raum erkennen, so etwa Denise Werths Luftschraube, die eine formale Entsprechung in den Luftschrauben der Hallendecke findet.

Geradezu magisch ist das Spiel der Linien von Bastian Hoffmanns minimalistisch geprägter Arbeit, die den technischen Aufwand kaum erahnen lässt. In einer rechtwinkligen Nische spannt der Künstler über einen Wasserstrahl unter hohem Druck eine durchscheinende Linie zwischen zwei Löchern. In der Raumsituation wird der Strahl zur Geraden eines Dreiecks. Es sei ihm wichtig, mit „grundehrlichen Materialen“ leichte Irritation zu erschaffen, sagt Hoffmann. Tina Tonagels Wandobjekt gibt Alltagsgegenstände über Licht und Kinetik die Anmutung einer feinsinnigen Poesie. Sie lässt Muffin-Backförmchen auf der Achse von Elektromotoren rotieren und Schatten werfen.

In Paul Schwaderers flachem „Aquarium“ schwimmt ein künstlicher Fisch, der über einen Motor und von der Wasserströmung bewegt wird. Nicht vorhersehbar ist die Bewegung in Julia Batzdorfs Arbeit „Condition“. Die aus verfremdeten Alltagsgegenständen gebauten Objekte lassen trotz ihrer Größe an Insekten denken. Björn Schülkes Metallobjekt „Defender“ simuliert über Kameras, sich drehende Spiegel und Propeller Überwachung und Drohnenflug. Wütend trommelnd und scheinbar vor Empörung bebend ist der Auftritt der Wandobjekte des Künstlerduos Pfeifer & Kreutzer.  

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