Mönchengladbach: Julia Eisnach zeigte Kunstprojekt an Schloss Rheydt

Kunstprojekt in Mönchengladbach : Schwimmender Pfau als Politik-Kritik

Die Kunst-Studentin Julia Eisnach hat das Projekt im Wassergraben von Schloss Rheydt durchgeführt. Es ist Teil eines Seminars.

Jeder, der schon einmal Schloss Rheydt besucht hat, kennt sie. Und irgendwie sind sie ein bisschen die Maskottchen des Schlosses: die Pfauen. Sie nahm die Studentin Julia Eisnach zum Anlass, im Wassergraben von Schloss Rheydt ein Kunstprojekt mit dem Titel „Odyssee“ durchzuführen. Entstanden ist es im Rahmen eines Seminars zum Thema Kunst im öffentlichen Raum.

„Ich habe mich auf Gewässer fokussiert und zu Beginn diverse Orte in Mönchengladbach besucht, die Wasser haben. Meine Entscheidung fiel auf das Schloss Rheydt aus folgenden Gründen: Zum einen ist dort eine große Menge Wasser zu finden. Zum zweiten bietet der Burggraben praktische Stellen, an denen man etwas ins Wasser geben oder herausholen kann“, sagt Julia Eisnach.

Die 21-jährige Mönchengladbacherin studiert an der Universität Duisburg-Essen Kunst und Anglistik auf Lehramt. So hatte ihr Projekt auch noch einen Bezug zu ihrer Heimat. Schloss Rheydt sei ein Ort, den sie sehr schätze. Nachdem die Entscheidung für die Ausstellungsstätte gefallen war, ging es um das Motiv. „Ich habe mich für einen Pfau entschieden, da diese Tiere und das Schloss regelrecht unzertrennlich sind“, erzählt Eisnach.

Den Pfau formte sie aus Styropor und bemalte ihn mit Acrylfarbe. Weil sie noch nie einen schwimmenden Pfau gesehen hat, entschied sie sich für ein Boot, in dem der Pfau sitzen kann. „Das Boot ist ein mit Farbe besprühtes Kinder-Schlauchboot“, erklärt die Studentin. In das Boot baute sie einen ferngesteuerten Motor ein.

Zum Schluss musste das Federkleid erstellt werden. Es besteht aus einem halbkreisförmigen Pappkarton, welcher der natürlichen Farbgebung nachgeht. Nur Federn nachzuahmen reichte Julia Eisnach aber nicht. „Das Schlauchboot erweckt diverse Assoziationen und so habe ich mich entschieden, als Pfauenaugen Fotos von Politikern zu nehmen, die auf irgendeine Weise gescheitert sind“, erklärt Eisnach. Alle Politiker hätten einen Abstiegsprozess, der durch Skandale, Intrigen und Verleugnung dieser in die Länge gezogen worden sei. Außerdem sind Politiker dabei, die sich ihrer Meinung nach unbeliebt gemacht haben.

„Ich habe Persönlichkeiten gewählt, die unter bestimmten Umständen abgestiegen sind und sich nun in einer Notsituation befinden, die sie alle jedoch nicht wirklich wahrnehmen. Wohin die Reise mit dem Boot sie führt, ist offen“, beschreibt Julia Eisnach ihre Gedanken zu den gewählten Politikern. Zu ihnen gehören unter anderem Angela Merkel, Horst Seehofer, Theresa May und Sebastian Kurz.

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