Mönchengladbach: Jazz-Visions-Night in historischer Kulisse

Fünf Band an einem Abend : Jazz-Visions-Night in historischer Kulisse

Das ausverkaufte Konzert bot seinen 175 Besuchern eine besondere Vielfalt an Stilrichtungen, gespielt von fünf renommierten Jazzbands.

„Die Jazz-Visions-Night hat eine lange Vorgeschichte“, sagt Robert Hurasky, der künstlerische Leiter der Veranstaltung. „Seit 2003 mache ich bereits die Jazz-Visions-Konzertreihe bisher im Kulturzentrum und nun zum ersten Mal iim Montfort Quartier“. Das von ihm ausgesuchte Programm beinhaltet den abwechslungsreichen Zusammenschnitt eines Jahresprogramms – gebündelt für einem Abend.

Ursprünglich bot Robert Hurasky fünf bis sechs Konzerte pro Jahr mit einer Band pro Abend an. Das neue Format wurde von ihm entwickelt, um in einer Jazz-Nacht Bands ganz unterschiedlicher Stilrichtungen zu vereinen und damit eine Ausgewogenheit zu schaffen. Zweierformationen, Quartetts und Trios spielen abwechselnd jeweils 45 bis 60 Minuten. Es erklingt klassischer Jazz ebenso wie peppiger Jazz. Bis hin zum Gypsy-Jazz spannt sich ein großen Bogen von Jazz-Varianten mit ruhigen und impulsiven Elementen. Gefördert wird die Jazz-Vision-Night vom Kulturbüro der Stadt. „Matter of Groove“, featuring Nicolas Simion am Saxophon, eröffnet den Abend mit „The Great American Songbook“.

Der rumänischen Ausnahme-Saxophonist ist WDR-Jazzpreisträger 2015 in der „Kategorie Improvisation“. Mit „Take five“ von Dave Groback und Paul Desmond erfüllen die Musiker einen Publikumswunsch. Im Vorfeld durften sich dieses Mal Besucher Stücke wünschen. Drei ausgewählte werden an diesem Abend gespielt. Auch „My funny Valentine“ von Chet Baker gehört dazu. Ruhige Töne spielen im Anschluss Tossia Corman und Philipp van Endert als „Singer/Songwriter Popjazz“. Sie interpretieren Stücke wie „Tutu“ von Miles Davis oder „Sign of the times“ von Prince.

Robert Hurasky ist selbst Schlagzeuger und spielt in der Gruppe „Matter of Groove“. Bereits seit seiner Jugend spielt er sein Instrument und mit verschiedenen Musikern zusammen. Er nahm an verschiedenen Festivals teil, ist darum mit vielen Musikern bekannt und kennt die Jazz-Szene.

So stellt er ein abwechslungsreiches Programm zusammen. Es geht ihm dabei auch um die unterschiedlichen instrumentalen Besetzungen. „Meine Vorstellung ist es, ein Programm zu machen, das auch einem Nichtfachpublikum gefällt“, bemerkt er. „Natürlich gibt es Ausbrüche bei den Bands. Wenn improvisiert wird, wird es auch mal etwas schräger – das soll auch so sein, aber die Musiker kommen immer wieder zurück zu einer harmonischen Melodie und klaren rhythmischen Strukturen. Das suche ich sowohl in der Musik, die ich selbst spiele, als auch in der Musik, die ich für einen solchen Abend aussuche“, sagt Hurasky

In seiner Anmoderation gibt er zu jeder Gruppe einige Informationen, die den Zuhörern einen guten Zugang eröffnen. Das Duo Konstantin Reinfeld und Christoph Spangenberg mit Mundharmonika und Piano spielt ein „Tribute to Toots Thielemans“ unter anderem das bekannte „Bluesette“. Brasilianische Rhythmen kommen mit Manteca und ihren „Perlen des Latin-Jazz“ in die Location. Auch das Stück „World from Ipanema“ von Antonio Carlos Jobim ist zu hören.

„Wir haben viele Gäste, die extra wegen bestimmter Gruppen gekommen sind“, sagt Thorsten Neumann, Geschäftsführer der Event&Catering Agentur, in dessen Räumen das Festival stattfindet. „Viele Besucher fragen nach Joscho Stephan, sein Auftritt ist sicher ein Highlight der Veranstaltung.“ Das Quartett Joscho Stephan beschließt den Abend, zunächst mit „Summertime“ von George Gershwin. „Das Joscho Stephan Quartett muss am Schluss spielen, denn danach könnte keiner mehr auftreten – sie reißen die Bude ab“, umscheibt Robert Hurasky scherzhaft die Intensität der Musik.

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