Mönchengladbach: Jazz am Abteiberg mit "Planet T"

„Planet T“ zu Gast in Mönchengladbach : Jazz am Abteiberg mit niederländischer Beteiligung

Im Jazzclub darf man sich vergnügt die Hände reiben. Auch das dritte von drei Konzerten im Gewölbekeller von Haus Erholung war ausverkauft.

Beim Konzert war einiges anders als sonst. „Wir streben bewusst eine stilistische Vielfalt zwischen unseren Konzerten an“, erläuterte Frank Füser vom Organisationsteam. Anders war zunächst einmal die Relation zwischen Sitz- und Stehplätzen. Auf Wunsch der Band war die Anzahl der Sitzplätze reduziert. „Tanzen“, so wurde angekündigt, „ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht.“ Aber auch wenn es musikalisch vital zur Sache ging, wollte sich die rechte Tanzbegeisterung nicht einstellen. Zum einen war man wohl doch mehr zum Hören gekommen, zum zweiten hielt sich die zum Tanzen geeignete Fläche auch in recht engen Grenzen.

Erneut waren renommierte Musiker gekommen, diesmal aus den Niederlanden. Hinter dem Namen „Planet T“ verbirgt sich der Amsterdamer Jazzpianist, Keyboarder und Musikproduzent Coen van Dam. Er hatte ein großes und zwei kleine Keyboards in den Jazzkeller mitgebracht. Die kleinen hatte er vor dem großen aufgehängt. Es hatte schon etwas Artistisches an sich, wenn sich weit über das große Instrument beugte, um die kleinen zum Klingen zu bringen.

Kürzer war die Anfahrt des Gitarristen Ferd Geisler. Über ihn war das Konzert zustande gekommen. Zwischen Mönchengladbachs und Roermonds Jazzern hat sich inzwischen eine herzliche Freundschaft entwickelt. Und der Roermonder Gitarrist verfügt über zahlreiche Kontakte innerhalb der niederländischen Jazz-Szene. Die beiden weiteren Mitglieder des Quartetts waren der Engländer Mike Downs an den Perkussionsinstrumenten sowie der Tenorsaxophonist Hans Dulfer. Der hat sich in den Niederlanden nicht nur als Jazzer, sondern auch als Pädagoge einen Namen gemacht. Viele junge Saxophonisten sind durch seine Schule gegangen.

Die Zuhörer, unter denen sich nicht wenige Niederländer eingefunden hatten, waren von dem Konzert begeistert – vorausgesetzt, dass zwei Sachverhalte sie nicht störten. Zum einen war viel Technik im Spiel. Es wurde mit Sampling gearbeitet, so dass wesentliche Elemente – wie der Grundrhythmus – von einer fertigen Musikaufnahme eingespielt wurden. So wusste man nicht immer, was live gespielt wurde und was aus der Tonkonserve kam. Und es gab nicht viel Abwechslung innerhalb der Darbietungen. Nur wenig änderte sich am Charakter und am Tempo der Stücke. Andererseits: Die Musiker verstanden sich auf ihr Metier und waren mit großem Engagement bei der Sache. Und ihre eigene Freude sprang auf die Zuhörer über.