Mönchengladbach: Hastenraths Wills wöchentliche Kolumne

Kolumne Hastenraths Will erklärt die Welt : Liebe macht geschäftstüchtig

In dieser Woche treibt die Hochzeit von Heidi und Tom den Kolumnisten um.

Inmitten von Amokläufe, Rassismusdebatten und Klimakatastrophen ist man geradezu dankbar für Nachrichten, bei die man sein Gehirn mal eine kurze Auszeit gönnen kann: Willkommen in die Welt von Heidi Klum! Die PR-Legende aus Bergisch Gladbach hat letztes Jahr zum cirka zehnten Mal die Liebe ihres Lebens gefunden und weiß dies seitdem meisterhaft zu vermarkten. Das aktuelle Sommerloch stopft sie schon seit Wochen mit die Meldung, dass sie ihr Liebes-Praktikant Tom Kaulitz heiraten will, statt ihn, wie zunächst vermutet wurde, zu adoptieren. Tom ist der von die Tokio-Hotel-Zwillinge, der schon Bartwuchs hat, und gleichzeitig der jüngste Neuzugang in eine recht illustre Liebhaber-Ahnengalerie. Heidi, die ihr Männergeschmack schneller wechselt als Donald Trump seine Meinung, war zuvor schon zusammen mit ein Frisör, ein Formel 1-Gigolo, ein Schmusesänger, ein richtiger Sänger, ein Bodyguard und ein glattgelutschter Kunsthändlersohn. Ganz zu schweigen von die Dunkelziffer, wo die Bildzeitung gar nicht erst die Nase dranbekommen hat. Eine Zeitlang reichte der Altersunterschied von Klumlitz für genug Presse und hohe Klickzahlen, aber dann tauchte plötzlich Michael Wendler aus der Versenkung auf und pulverisierte mit seine frühpubertäre Laura in Nullkommanix das Interesse an Heidis Toy Boy. Bevor der Insolwendler aber sein Marktwert noch weiter steigern konnte, indem er etwa gleichzeitig Vater und Opa wird, musste Heidi Klum reagieren, für die Schlagzeilenhoheit zurückgewinnen. Dies gelang durch die Ankündigung der Traumhochzeit mit ihr zotteliger Zausel, dessen Anblick eine alte Weisheit bestätigt: Liebe macht blind … oder einfach nur geschäftstüchtig, denn die Hochzeitsvorbereitungen zogen sich gefühlt länger hin als die Brexit-Verhandlungen. Letztes Wochenende fand dann aber endlich die mehrtägige Hochzeitszeremonie statt. Auf Capri! Das hatte Tom sich gewünscht, weil das sein Lieblingseis von Langnese ist.

Euer Hastenraths Will