Mönchengladbach: Hastenraths Will über den Eurovision Song Contest

Hastenraths Will : Die Europa-Qualifikation

In dieser Folge macht sich Hastenraths Gedanken über den Eurovision Song Contest.

Sonntag in eine Woche ist Europawahl, aber jetzt am Wochenende können wir schon mal üben, denn da findet sozusagen die Generalprobe statt – der Eurovision Song Contest! Mit dieser europäische Liederwettstreit ist es ja wie mit ehelicher Sex: Man wundert sich immer, wie schnell so ein Jahr rum ist. Die Zeit dazwischen macht man sich überhaupt keine Gedanken dadrüber, aber wenn es soweit ist, interessiert es einen dann doch wieder – zumindest ein bisschen. Der Eurovision Song Contest ist schließlich eine Veranstaltung, die uns seit unsere Kindheit verfolgt und zu die Ereignisse gehört, die alljährlich gleich ablaufen, genau wie der Familienstreit an Heiligabend oder die Alkoholvergiftung an Vatertag.

Aber auch die Parallelen zur Europawahl sind dieses Jahr nicht von die Hand zu weisen: Am ESC nehmen 41 Länder teil. Genauso viele Parteien wurden in Deutschland zur Europawahl zugelassen (der komplett auseinandergefaltete Wahlzettel ist ein Meter (!) lang) und in beide Fälle treten mehr Verrückte als Normale an. Seit gestern laufen schon die Vorausscheidungen – also beim ESC, nicht bei die Europawahl, obwohl es da sicher auch eine gute Idee wäre, ein bisschen auszusieben. Die Qualifikationsrunden gelten allerdings nur für arme Länder wie Albanien oder Armenien, die sich vorab gegenseitig bekämpfen müssen. Das sind quasi die „Hunger Games“ der Folklore. Deutschland ist natürlich automatisch im Finale, weil es zu die größten Beitragszahler gehört. Es wär ja auch komisch, wenn man den, der die Party bezahlt, nicht dazu einladen würde.

Nutzen dürfte uns das allerdings wieder nix, denn die Favoriten sind auch jedes Jahr dieselben Länder: Schweden, wie immer seit Abba und Russland! Die erst recht, da die Ukraine dieses Jahr nicht mitmacht. Und die anderen Nachbarländer trauen sich sowieso nicht, weniger als 12 Punkte zu geben. Zumindest die nicht, die im Zielgebiet der russischen Mittelstreckenraketen liegen.

Euer Hastenraths Will

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