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Mönchengladbach: Groovige Weihnachten in der Jugendkirche

Zwei ausverkaufte Konzerte : Groovige Weihnachten in der Jugendkirche

Mit zwei ausverkauften Weihnachtskonzerten konnte der Groove-Chor begeistern. 50 Sängerinnen und Sänger gestalteten das Programm in der Jugendkirche.

Schwarze Kleidung mit rotem Akzent – die Herren mit Fliege , die Damen mit Blume – so kennt man die fröhliche Singtruppe, die den Groove ihrer Musik schon im Namen vor sich her trägt. Geschmeidig nehmen sie Aufstellung im Chorraum der Jugendkirche an der Albertusstraße. 35 Sängerinnen und 15 Männerstimmen eröffnen das Konzert „winter!groove“ mit einem klassischen Stück: „Joy to the World“ aus Händels „Messiah“. Stimmungsvoll interpretiert, absolut treffsicher bei Intonation und rhythmischem Zusammenhalt, aber stets mit jenem lässigen Tonfall, den die erfahrene Jazzsängerin Monika Hintsches ihren Mit-Groovern als Markenzeichen verordnet hat.

Und dann geht es Schlag auf Schlag mit einem Kontrastprogramm, welches die Zuhörer genauso zum schnellen Umschalten veranlasst wie das imposante Ensemble. „Let the Sunshine in“ aus dem Musical „Hair“ stimmt mit Janek Wilholt am E-Piano und Heribert Götzens sonorem Conga-Unterfutter auf die Flower-Power-Zeit ein, wobei Monika Hintsches ihren Solopart in Mezzo-Lage groovig auskostet. Witzig das spezielle Arrangement von „Jingle Bells“: Janek Wilholt simuliert am Keyboard gar einen treibenden Walking-Bass-Schritt, während Heribert Götzen hingebungsvoll den Jazzbesen über die Snaredrum wischt und zwei Sängerinnen eine urige Einlage geben, die an Entenquaken erinnert, was übrigens beabsichtigt ist. Mut zum Ungewohnten gehört dazu.

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„Someone Like You“ von Adele – schon wieder hat eine Chorsängerin eine Soloaufgabe, diesmal steht Bärbel Hertl in der Front-Line. Dieses Wechselprinzip, die geschmeidige Präsentation von Chormitgliedern, die aus den Reihen nach vorn treten und solo singen, ist ein Alleinstellungsmerkmal des Groove-Chors. Und selbstverständlich werden alle 18 Titel auswendig gesungen und gespielt. Eine weitere Stärke bei Groove-Chor-Konzerten ist die Moderation. Als vielerprobte Kabarettistin fällt es Monika Hintsches leicht, das Publikum charmant bei Laune zu halten. Für sie ist Vorweihnachtszeit eine Zeit zum Träumen. Und schon bereitet der Chor mit „Dreamer“ von Ozzy Osbourne Freude mit einer  feinen Version dieses Songs, mit dezent hämmernder Klavierbegleitung und glatt modulierter Bridge. Apropos Mut: Es darf auch kirchenkritisch in einer Kirche geträumt werden! John Lennons Song „Imagine“, ein agnostisches Stück, das den Traum einer Welt ohne Himmel, Hölle und Religion schildert, zieht in Bann, auch wegen Hintsches‘ Soulstimme mit Schleifpapiereinsatz an den Stimmbändern. Später wird noch, auch von Lennon, sein als Protestlied gegen den Vietnam-Krieg geschriebenes, heute als Weihnachts-Evergreen geliebtes Stück „Happy X-mas“  erklingen.

Gegospelt wird auch nach Herzenslust, mit „This little Light of mine“  von Harry Dixon Loes oder Mariah Careys Song „Jesus, oh what a Wonderful Child“.  Bei „Africa“ von Toto hat die Chefin ein eher geruhsames Arrangement gewählt, kann man vor Weihnachten so machen.  Abwechslung ist die besondere Stärke dieses Chores, der über mustergültige Tonhöhensicherheit verfügt und bei Einsätzen nie wackelt. So legt Jenny Balthasar am Alt-Saxofon ein flottes Solo in „Chirpy Chirpy Cheep“ von Middle of the Road hin, und zwei Gäste, Viktoria Grobe und David Koebele, füllen die Singpausen mit gepflegten Streicherklängen. „Time 4 Strings“ nennt sich das Duo an Violine und Cello.

Nach den Schluss-Ovationen folgen Weihnachtslieder. Nun darf das Publikum selbst Stimme beweisen. Was die 300 Zuhörer in der ausverkauften Jugendkirche sehr gerne  tun.