Mönchengladbach: Graffiti-Künstler sprühen beim Urban-Art-Festival "Home Street Home"

Urban-Art-Festival in Mönchengladbach : Graffiti-Künstler versprühen Heimat

Wandgemälde mit lokalem Einschlag auf Hauswände gesprüht – auf Initiative des Kulturbüros findet das Urban-Art-Festival „Home Street Home“ in vier Städten statt. In der Altstadt entstehen vom 16. bis 18. August sieben Arbeiten zum Thema „Andersleben“.

Die Wirkung ist kolossal: Im großzügigen Schwung haben vier Urban-Art-Künstler die Giebelwand des Hauses Aachener Straße 33a gestaltet. Die Kaiser-Friedrich-Halle ist in Szene gesetzt und die Komposition ergänzt um eine nächtliche Parklandschaft und vier Dosenfiguren. Das Ganze ist überschrieben vom dynamischen Schriftzug „Home Street Home“, dem Titel des Urban-Art-Festivals.

Auf Initiative des Mönchengladbacher Kulturamts startet es in einer Gemeinschaftsaktion der Städte Neuss, Krefeld, Geldern und Mönchengladbach durch. Insgesamt erstreckt sich das Festival über den Zeitraum vom 7. Juli bis 29. September. Vom 15. bis 18. August entstehen in der Mönchengladbacher Altstadt für jeden sichtbar sieben großformatige Murals (Wandgemälde) zum Thema „Andersleben“. Die Wand an der Aachener Straße setzt schon einen markanten Akzent und ist bereits zum Selfie-Motiv aufgestiegen. Gestaltet wurde das Graffiti-Gemälde von den vier Urban-Art-Künstlern Steffen Mumm, in der Szene bekannt als akaHokerOne, sowie von Künstlerkollegen mit den Codes Oldhaus und Duo Tubuku. In dieser Arbeit sind die Hauptkünstler vereinigt, die in den beteiligten Städten ein jeweils verwandtes, doch lokal angepasstes Mural gestalten.

„Die vier Dosencharaktere stellen uns dar“, sagt Steffen Mumm zu den Figuren in der Art von Sprühflaschen. Der freischaffende Künstler aus Mönchengladbach wählte als künstlerischer Leiter Urban-Art-Kollegen für das Projekt aus. Es war auch Mumm, der sich mit der Idee eines städteverbindenden Festivals an Thomas Hoeps wandte und in dem Leiter des städtischen Kulturbüros einen begeisterten Unterstützer fand. „Ich habe auf eine solche Idee der regionalen Vernetzung nur gewartet“, sagt Hoeps. Ihm gefällt der Gedanke einer für jedermann zugänglichen Kunst, deren Entstehen live verfolgt werden kann. Der Titel „Home Street Home“ reflektiert über die Anspielung auf das glückselige „Home Sweet Home“ die Vorstellung von der Straße und deren Ästhetik als Gemeingut. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt das Festival mit 35.000 Euro.

Als lokale Besonderheit betrachtet Hoeps die Situation der Mönchengladbacher Altstadt als im Erscheinungsbild buntes Herz der Stadt, das zum  Thema „Andersleben“  einbezogen wird. Altstadtkoordinator Marius Müller ist es zu verdanken, dass auch Privateigentümer ihre Hauswände für Murals zur Verfügung stellen. „Die Altstadt leidet oft unter ihrer Vergangenheit, als in den 1970er und 1980er Jahren in beinahe jedes Haus der Waldhausener Straße eine Kneipe gezimmert war“, erzählt Müller. Er versichert, dass die Altstadt wesentlich breiter aufgestellt, bunt, kreativ, skurril und einzigartig sei. In dem Projekt erkennt er eine attraktive Möglichkeit, Wände und Leerstände neu zu bespielen und die positive Entwicklung unübersehbar zu machen.

Das Festival wird ergänzt um ein Rahmenprogramm. Dank Daniel Schlag und David Malatyali vom Zentralkomitee für Straßenkunst wird im „Köntges“ an der Waldhausener Straße eine eigenständige Aktion mit Ausstellung und Filmvorführung einbezogen.  Schlag und Malatyali bieten Workshops zur Street Art an.