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Mönchengladbach: Galerist Christian Löhrl präsentiert zehn Künstler

Inhouse Messe : Galerist Löhrl präsentiert zehn Künstler

Mit Mundschutz, Sicherheitsabstand und viel Desinfektionsmittel können Kunstinteressierte die Ausstellunsgmesse in der Galerie Löhrl besichtigen. Auch Fotografien von Dieter Nuhr sind zu besichtigen.

1998 gestaltete Stephan Balkenhol eine skulpturale Skizze aus Wawaholz: Ein Mann liegt unter einem großen Quader, nur Kopf, Hände und Füße schauen heraus. Es sieht aus wie eine schwere Last – ein Bild, das nur zu gut auf die Lage der Menschen in diesen Wochen und Monaten passt. „Ich will was tun.“ Dieser Gedanke, den zurzeit viele Menschen umtreibt, bewegte auch Christian Löhrl von der Galerie Löhrl.

Seit der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie war seine Galerietätigkeit weitgehend stillgelegt. Auch die Art Cologne, an der die Galerie sich beteiligt, wurde verschoben. Löhrl beschloss kurzerhand, den „Messestand“ in seine Galerie zu verlegen. Die Idee zu einer „Inhouse-Messe“ war geboren. Natürlich werden nicht wie in Köln mehrere zehntausend Gäste die Werke sehen können, aber die Leute werden kommen. „Ich bin optimistisch, die Menschen wollen doch mal was anderes sehen und sich ablenken lassen. Ich freue mich, wenn die Leute kommen und sagen: Das ist schön“, sagt Löhrl.

Die Inhouse-Messe habe eher einen Ausstellung- als einen Messecharakter: „Wir arbeiten mit den Materialien, die für die Messe geplant war.“

Ab sofort können Kunstinteressierte einen Blick auf die etwa zehn Künstler mit ihren Arbeiten werfen, die Löhrl normalerweise in Köln präsentiert hätte. „Es sind die Künstler, mit denen wir aktiv zusammenarbeiten“, erklärt der Galerist, „es ist in dieser Zeit besonders wichtig für diese Künstler, präsent zu bleiben.“

Die Kunstinteressierten können zu den regulären Öffnungszeiten und unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsvorschriften und ab dem 27. April mit einer Mund- und Nasenmaske geschützt die Ausstellung besuchen. „Auch Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel stehen bereit“, versichert Christian Löhrl.

Fotografie, Malerei und Bildhauerei – die Inhouse Messe zeigt die Vielfältigkeit des künstlerischen Schaffens. Stephan Balkenhol zählt zu den Stammkünstlern der Galerie Löhrl. Neben älteren Arbeiten zeigt er Skulpturen aus dem Jahr 2020: Dazu zählt die Bozetto-Frau. Ein Bozetto bezeichnet einen skizzenhaften Entwurf. Folgerichtig erscheint die Frau bei Balkenhol als eine Bleistiftzeichnung auf einem zirka 60 Zentimeter hohen, teilweise ausgeschnittenen Holz. Ein spannender Grat zwischen Entwurf und fertiger Arbeit.

Zwei für die Galerie Löhrl neue Künstler sind in der Inhouse Messe vertreten: Paul Diestel und Thomas Kühnapfel. Der Bildhauer Diestel, 1996 geboren, besticht durch seine Präzision und Einfachheit bei gleichzeitiger Komplexität. Seine Arbeiten aus Holz und Bronze basieren auf organischen Formen, die er in Poesie übersetzt.

Thomas Kühnapfel ist 1966 geboren. Auf eine verblüffende Weise arbeitet er mit Edelstahl, den er mit Hilfe von Luft und Wasser unter enormen Druck setzt und seine gewünschten Volumen ausbildet. Sie wirken ebenso leicht wie schwer, organisch wie artifiziell.

Roman Kochanski vertritt eine Malerei, die sich zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion bewegt. „Alle Figuren bauen sich aus abstrakten Flächen auf und enden immer in der Gegenständlichkeit“, erklärt der 1983 geborene Maler.

Zu den jüngeren Künstlerinnen gehört auch die 1981 geborene Julia Rothmund. Sie malt faszinierende Räume, die leer und dennoch enorm dicht angefüllt sind mit Licht und Atmosphäre.

Annett Stuth ist mit einer Reihe von übermalten Fotografien zu Gast bei Löhrl, in denen Graffitis aus Berlin und London die Basis bilden. Sie machen eine Subkultur lebendig und sichtbar, die frech, bunt und laut ist.

Was Christian Löhrl besonders freut: Die Ausstellung „Bilder und Raum“ mit Fotografien von Dieter Nuhr, deren Eröffnung wegen des Ausbruchs des Coronavirus abgesagt werden musste, kann nun auch noch gezeigt und gesehen werden. Außerdem sind einigenFotografien des Komikers Nuhr auf der Inhouse Messe zu sehen.