Mönchengladbach: Frauenchor Dreiklang probt Klassik, Gospel, Schlager, Kirchenlieder

Chöre in Mönchengladbach : „Dreiklang“ mit 21 Stimmen

Der Frauenchor Dreiklang singt bevorzugt a capella – und zwar Klassik, Gospel, Schlager und Kirchenlieder.

Rot ist die Farbe der Leidenschaft, der Energie und ein kräftiger Farbtupfer im Outfit der Damen vom Frauenchor Dreiklang. Zu offiziellen Anlässen treten die Damen an in Rot zu Schwarz. Dabei darf eine jede für sich entscheiden, ob sie beim Rot eine dezente Note bevorzugt oder lieber ein kräftiges Signal wagt. Dieses Ausloten von Gemeinschaft und persönlichen Vorlieben ist charakteristisch für den Chor, der auf das Amt einer Vorsitzenden verzichtet. „Wir sind hier alle gleich“, sagt Gisela Kessler mit vergnügtem Lächeln. Sie ist es, die hier und da etwas organisiert und daher von ihren Mitsängerinnen liebevoll als „gute Seele des Dreiklangs“ bezeichnet wird.

Einziger Mann im Ensemble ist Chorleiter Arne Harder. Der Musikpädagoge, Konzertsolist und Leiter der Musikschule „Pro Musica“ in Jüchen ist Nachfolger von Anna Plakowa, die den Niederrhein gegen Süddeutschland eintauschte und somit dem Chor verlorenging. „Seine entscheidende Probe gab er bei der Hochzeit unseres Sohnes“, erzählt Gisela Kessler erfreut über den Umstand, dass sich die Nachfolge so problemlos regeln ließ. „Für uns steht der Spaß an der Musik an erster Stelle. Zugleich wollen wir Musik auf einem recht hohen Niveau machen. Stimmausbildung und Atemübungen gehören bei uns unbedingt dazu“, sagt Harder.

Zu Beginn der Probe fordert er die Damen auf, sich zu lockern und bewusst zu atmen, erst tief und satt, dann untermalt von schlürfenden und lautmalerischen Geräuschen oder Silben, erst genüsslich entspannt und später auch etwas angriffslustig. Schließlich werden über die Stimmen verteilt einige Sequenzen nachfolgend intoniert, und die Aufwärmphase ist beendet. Beim Repertoire setzten die Damen auf Abwechslung. Die 21 Mitglieder im Alter von 27 bis fast 80 Jahren singen Klassik, Gospel, Volkslieder, alte Schlager sowie aktuelle Hits aus den Charts und Kirchenlieder, in der Regel a capella und zwei- bis vierstimmig gesetzt. Sie übernehmen in Gottesdiensten den musikalischen Part, treten zum Heimatfest sowie in Seniorenheimen auf und waren natürlich an den Feierlichkeiten zum 900-jährigen Bestehen von Hardt beteiligt. Jeden Mittwoch wird im Jugendheim St. Nikolaus geprobt.

Ulrike Nett singt im ersten Sopran und zählt zu den Solistinnen aus den eigenen Reihen. „Für mich sind der Zusammenhalt und die Vielfalt der Leute von Jung bis Alt besonders wichtig. Es macht Spaß, unter der Woche gemeinsam zu singen. Wir haben eine gute Stimmung und schöne Auftritte“, sagt die 36-Jährige. Gabriele Schmitter sieht es ebenso. Seit 2009 singt die 62-Jährige im Chor. „Die Proben sind eine Befreiung für die Seele. Es ist einfach schön, gemeinsam zu singen, und ich singe alles gerne“, erzählt Schmitter. „Hier wurde meine alle Stimme wieder auf Vordermann gebracht. Der Chor hat mein Leben sehr bereichert“, betont Hilde Heinrichs (79). Sie hat sich erst vor dreieinhalb Jahren dem „Dreiklang“ angeschlossen und möchte die Gemeinschaft nicht mehr missen.

Wie ihre Mitstreiterinnen würde sie sich freuen über eine Verstärkung durch weitere Sängerinnen. Chorleiter Harder betont, dass er keine Notenkenntnisse voraussetzt. Er singt gerne alle Stimmlagen vor. Unverzichtbar aber seien die Freude am Gesang und Teamfähigkeit.