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Mönchengladbach: Foto-Ausstellung im Kunstfenster Rheydt

Ausstellung in Rheydt : Leerstand füllt jetzt das Kunstfenster

Läden im Stil der 1950er Jahre faszinieren die Fotografin Antje Prömper. Für ihre Ausstellung im Kunstfenster an der Hauptstraße hat sie ein Bild aus Dülken ausgewählt. Knapp ein Quadratmeter Foto ist dort zu besichtigen.

Amelie Herm ist gegangen, Antje Prömper ist gekommen – ins Kunstfenster, eingelassen in die Fassade des Hauses Hauptstraße 125. Die Miniatur-Kunstausstellung im Schaufenster eines ehemaligen Friseursalons ist noch ganz frisch. Ein Quadratmeter Fläche in einer sehr ungewöhnlichen Form ist bei diesem Ausstellungsformat zu gestalten, eine Herausforderung für Künstler und Kreative. Sie stellen sich ihr – organisiert vom Verein Kunstfenster Rheydt – seit mehr als zehn Jahren alle zwei Monate neu.

Nachdem im Januar Studierende des Fachs Kulturpädagogik an der Hochschule Niederrhein das Fenster zum Thema „Aufbruch“ bespielt haben, ist jetzt die 1967 in Krefeld geborene Fotografin Antje Prömper an der Reihe. Viktor Schmidt, Dozent, Student und Poet in einer Person, hat zeitweilig die Organisation des Kunstfensters übernommen. Beim Ausstellungswechsel dankte er den Studierenden und betonte seine Freude über die gute Zusammenarbeit mit der Hochschule.

Und dann folgte die feierliche Schlüsselübergabe an Antje Prömper: „Wir probieren mal, ob’s passt!“ Antje Prömper war sich nicht sicher, ob ihre Fotografie in die Form des Kunstfensters passt. „Das ist sicher schief“, meinte sie und plante bereits, die Fotografie zu ersetzen. Doch einmal in das Kunstfenster eingesetzt, waren alle Gäste, die sich auf der Hauptstraße eingefunden haben, begeistert: „Sieht super aus!“

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Antje Prömper hat einen Leerstand in Viersen-Dülken fotografiert. Ihr Bild übernimmt die geschwungene Form des Kunstfensters und füllt es vollständig aus. Im Kunstfenster sieht man durch Prömpers Fotografie in einen Hauseingang mit Vitrinen, mehreren Türen und Schaufenster in einen fast leeren Raum. Dieser hat den typischen Charme der 1950er Jahre. „Fasziniert von alten Geschäftslokalen und den Schaufenstern“ aus dieser Zeit sei sie, erzählt Prömper. Ganze Serien hat sie von diesen Räumen aufgenommen. „Das könnte aber auch in Mönchengladbach fotografiert worden sein“, meint Prömper. Leerstände gibt es schließlich überall. Ihre Arbeit stellt somit einen spannungsvollen und ästhetischen Spiegel für die Situation in Mönchengladbach und stellvertretend für viele Städte dar. Antje Prömper wuchs in Viersen auf und lebt in Mönchengladbach. In Berlin erhielt sie im Lette-Verein ihre Ausbildung zur Fotografin, in Dortmund studierte sie Fotodesign. Sie arbeitet als freiberufliche Fotografin.

Der Verein Kunstfenster Rheydt besteht aus einem engagierten Team ehrenamtlicher Mitarbeitern. Viktor Schmidt hat zeitweise die Organisationsaufgaben von Martin Hülbrock übernommen. Susanne Schnabel übernimmt die Pressearbeit und ist begeistert von der öffentlichen Wirkung des Kunstfensters. Denn diesen Ort, so beobachte sie, passieren täglich jede Menge Menschen aller Nationen, die einen Blick auf die Kunst werfen können – ohne ein Museum, eine Galerie betreten zu müssen.

Das Team wählt die Künstler aus. Möglich ist für das Kunstfenster alles: Skulpturen, Malerei, Fotografie, Literatur – Hauptsache, es passt in den einen Quadratmeter hinein. Hauptberuflich tätige Künstler sind ebenso willkommen wie Hobby-Kreative.