Mönchengladbach: Flugblatt erklärt Glasmalerei in Kirchen rund um den Abteiberg

Kirchenkunst am Abteiberg Mönchengladbach : Schätze der Glasmalerei

Ein Flugblatt erklärt Besuchern die bedeutsamen Kirchenfenster rund um den Abteiberg.

Zu wenig Beachtung finden nach Ansicht der Beteiligten die Glasmalereien, die gerade am Abteiberg in einer ungewöhnlichen Fülle und Qualität vorhanden sind. Um die Bedeutung dieser Kunst im kirchlichen Bereich zu dokumentieren und zugleich Interessenten zu informieren, haben sie einen Flyer veröffentlicht, der den Weg weist zu fünf Kirchen auf engstem Raum. Der Flyer lädt zu einer „Erlebnisreise zu einzigartigen Farb-Licht-Räumen“ ein.  

Verfasst hat dieses Faltblatt der Kulturjournalist Armin Kaumanns. Verständlicherweise könnten die Informationen nicht in die Tiefe gehen. Das Blatt gibt einen Einstieg in das Thema, soll die Interessierten vertraut machen, sie zu eigenen Nachforschungen ermuntern und sie bei dem Bummel durch die fünf aufgeführten Kirchen leiten.

Auf dem Abteiberg stünden auf engstem Raum ein gotisches Bibelfenster, figurative oder abstrakte Fenster der Nachkriegszeit, Verglasungen mit und ohne Blei und sogar Kirchenfenster aus dem Computer beieinander. Der Betrachter muss sich nur auf die Suche machen und wird im Münster St. Vitus, in der Citykirche St. Mariä Himmelfahrt, in der Jugendkirche St. Albertus, in der Franziskanerkirche St. Barbara und in der evangelischen Christuskirche fündig.  „Ein Rundgang ist eine spannende Angelegenheit, die jeden Betrachter Verborgenes, Vergessens, Unbeachtetes mit anderen Augen sehen lässt“, meint Kaumanns, der den Flyer mit Bildern und Texten versehen und ihn gestaltet hat.

In einer Auflage von zunächst 1000 Exemplaren wird das Faltblatt in den Kirchen und an exponierten Stellen verteilt. Obendrein wird es Bestandteil des virtuellen Stadttouren-Programms „auf eigene Faust“, wie Alice Welters-Dahmen von der Marketing Gesellschaft MGMG bei der Vorstellung des Flyers in der alten Sakristei im Münster versicherte. Auch für Besucher würde der einen Mehrwert bieten, weil er ihnen kulturhistorische und künstlerische Aspekte der Stadt zeige, die sie bei einem Kurzbesuch schnell übersehen könnten.

„Es ist unser Ziel, niedrigschwellig ein breites Publikum auf die beachtenswerte Glasmalerei aufmerksam zu machen“, sagt Kaumanns.  Einfach, kompakt, aber nicht oberflächlich sollte das Faltblatt sein; ein Anspruch, der erfüllt wurde, wie Reinhold Schiffers bestätigte. Der Vorsitzende des Kulturausschusses hatte die Initiative zur Schaffung des Flyers übernommen, nachdem ihm bekannt wurde, dass über das Landesförderprogramm  Heimat-Check eine Finanzierung größtenteils abgesichert werden könnte. „Ich habe mich immer geärgert, dass so viele verborgene Schätze in Mönchengladbach nicht wahrgenommen wurden“, sagt der SPD-Politiker. In der Stadt gäbe es viel kunsthistorisch Bedeutsames, da brauche niemand in die Ferne schweifen, um danach zu suchen.

Mit Genugtuung verfolgt Annette Jansen-Winkeln als Vertreterin des Vereins Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts die Herausgabe des Faltblatts mit dem Titel „Sehhilfe Glasmalerei.“ Vor fast genau 16 Jahren habe der Verein begonnen, die kirchliche Glasmalerei – gegen den Protest der Bistümer – zu dokumentieren. Insofern sei der Flyer, für den der Verein verantwortlich zeichnet, eine sichtbare Auswirkung der Arbeit.  

Wenn sich das Faltblatt ausschließlich mit den fünf Kirchen rund um den Abteiberg beschäftigt, liegt das nicht daran, dass anderenorts keine Schätze der Glasmalerei liegen, die geborgen werden könnten. „Wir haben uns auf die Innenstadt konzentriert, weil hier bei einem einzigen Spaziergang alle fünf Kirchen besucht werden können“, sagt Autor Armin Kaumanns. Einen weiteren Flyer, der sich mit der Glasmalerei in anderen Kirchen im Stadtgebiet befasst, möchten die Beteiligten des Projekts nicht grundsätzlich ausschließen.