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Mönchengladbach: Erstes Werkstattkonzert des Jahres im BIS-Zentrum

Online-Klassik in Mönchengladbach : Pilotkonzert im BIS

Das erste Werkstattkonzert des Art Ensembles NRW des Jahres im BIS-Zentrum musste wegen der Auflagen der Corona-Pandemie ohne Besucher stattfinden. Stattdessen wurde das Konzert, dirigiert von Miro Dobrowolny, gestreamt.

Pfingstmontag hat das Art Ensemble NRW im Kulturzentrum BIS erstmals ein Konzert live gestreamt. Nach technischen Problemen klappte es mit eineinhalbstündiger Verspätung. Eine Sendestunde belegt das erste Werkstattkonzert des Jahres auf einem Youtube-Kanal.

Die Titel „Noch einmal“ und „In alle Ewigkeit“, die Theodor Pauß seinem Werk für Akkordeon und Streichquartett gegeben hatte, passten – sie füllten mit Sekundreibungen, Clustern, Glissandi und atonalen Figuren die erste Konzerthälfte. Wobei der Mangel an Aura auffiel, was der Philosoph Walter Benjamin als Schwäche reproduzierter Kunst befand. Immerhin sorgte die wechselnde Kameraperspektive dafür, dass man den Musikern auf die Finger sehen konnte. Noch ersetzt digital vermittelte Musik freilich nicht das analoge Konzerterlebnis.

In den modernen Klangrahmen passte Beethovens Streichtrio – welches der fünf war es? – nicht so ganz hinein. Art-Ensemble-Chef Miro Dobrowolny, der die Gruppe dirigierte, hatte das Stück vor allem wegen des Beethoven-Jubeljahres aufs Programm gesetzt.

Norbert Laufers Uraufführung „Was bleibt aber . . .“ für Kontrabass und Klavier nahm ebenfalls Bezug auf einen Jubilar, den vor 250 Jahren geborenen Dichter Hölderlin. Ob und auf welches literarische Werk Hölderlins sich Laufer bezog, blieb sein Geheimnis. Zwei weitere Programmtitel wurden ersatzlos gestrichen. Vorschlag: Bei künftigen Online-Konzerten bitte die Kompositionsdaten einblenden! Sonst bleibt nur heiteres Musik-Quiz.

Zu hören ist das NRW Art Ensemble auf YouTube.[Link auf https://www.youtube.com/watch?v=8J9u75Q0MvU]