Mönchengladbach: Ensemble "Ma'alot" begeistert beim Meisterkonzert im Theater

Musik in Mönchengladbach : Furioses Saisonfinale der Meisterkonzerte im Theater

Beim letzten Meisterkonzert der Spielzeit im Theater zeigte das Ensemble „Ma’alot“ bewundernswerte instrumentale Höhenflüge.

Gemäß ihrem aus dem Hebräischen entlehnten Namen „Ma’alot = Weg zu Harmonie und Einklang“ und verbunden mit unbändiger Musizierlust, fesselten Christina Fassbender, Flöte; Christian Wetzel, Oboe; Ulf-Guido Schäfer, Klarinette; Sibylle Mahni, Horn und Volker Tessmann, Fagott die Zuhörer im gut besuchten Konzertsaal des Theaters. Auch viele Jugendliche waren gekommen.

Die seit 1985 bestehenden „Ma‘alots“ hatten ein sommerliches Programm mitgebracht, das mit der „Summer Music op.31“ von Samuel Barber begann und mit schmissigen „Ragtimes“ von Scott Joplin endete. Diese und auch einige argentinische Stimmungsbilder von Astor Piazzolla hatte Ulf-Guido Schäfer seinen Kollegen werkgerecht und gekonnt „auf den Leib“ geschrieben. Durch diese Kunst ihres Klarinettisten können die hochkarätigen Musiker, die alle als Professoren an Hochschulen lehren oder Solopositionen in Orchestern innehaben, ihre bewundernswerten instrumentalen Höhenflüge optimal demonstrieren. Dass sie bestens aufeinander abgestimmt bis in die letzten Feinheiten harmonieren, ist in dieser Liga eine Selbstverständlichkeit. Mit Verve und einnehmendem Schönklang wussten sie die Stimmungsbilder - gerade bei Piazzolla („Der Frühling“, „Der Sommer“ und „Café“) - faszinierend auszumalen.

Das galt auch für das „Quintett en forme de Chóros“ von Heitor Villa-Lobos, dessen expressionistisch-raue Klangsprache Oboist Wetzel mit der Bemerkung kommentierte, der Komponist habe „den Klimawandel schon vorausgeahnt“.

Ein Meisterstück, das vom Publikum mit besonders viel Beifall bedacht wurde, ist Schäfer mit seiner Harmoniemusik zu „Ein Sommernachtstraum“ von Felix Mendelssohn Bartholdy gelungen, das die Ma’alots“ an diesem Abend aus der Taufe hoben. „Auftritt der Handwerker“, „Elfenmarsch“, „Lied und Elfenchor“, „Notturno“ oder der „Rüpeltanz“ – dank der das Original in keiner Phase verfälschenden Bearbeitung und der makellosen Wiedergabe vermisste wohl niemand die eigentlich vorgesehene große Orchesterbesetzung. Als Dank für den anhaltenden Schlussapplaus gab es noch Piazzollas „Herbst“.

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