Konzert in Mönchengladbach Elektronisches Ständchen für Amnesty International

Mönchengladbach · In der Citykirche ist das 60-jährige Bestehen der Organisation für Menschenrechte gewürdigt worden. So war die Fortsetzung der Konzertreihe.

 Electro-Musiker  Michael Wlochinski spielt „Jingoba Electric“ in der Citykirche.

Electro-Musiker Michael Wlochinski spielt „Jingoba Electric“ in der Citykirche.

Foto: Rick, Markus (rick)/Markus Rick (rick)

Georg Stadeler trug die gelbe Weste mit dem Zeichen der von Stacheldraht umwickelten Kerze als Symbol für die Arbeit von Amnesty International (AI). Michael Wlochinski trat mit sparsamem Equipment auf. Gemeinsam gestalteten das Mitglied der Mönchengladbacher AI-Gruppe und der Hobby Electro-Musiker in der Citykirche einen Dialog von Wort und Musik zum 60-jährigen Bestehen der Organisation für Menschenrechte.

Stadeler erinnerte an die allgemeine Erklärung der Menschenrechte sowie an die 100 Jahre zuvor entfesselte Märzrevolution von 1848, die für eben solche Rechte eingetreten war. Unterstützt von Ehefrau Anke sowie Konrad Multmeier bezog er lyrische Texte zum Thema ein, wie etwa Josef Redings Gedicht über den Frieden.

Unter dem Titel „Jingoba Electric – Eine Kerze gegen die Dunkelheit“ entfaltete Musiker Wlochinski vom Altarraum aus Klangfolien, die das Kirchenschiff fluteten oder über dynamische Entwicklungen separate, akustische Räume schufen. Er rief Sound Samples und Drums ab, arbeitete mit schlichten Motiven wie auch komplexen Additionen von Klangmustern und beharrlich wiederkehrenden Sequenzen. Diese waren oft stark rhythmisch geprägt. Wiederholt band der Electro-Musiker Sprachaufnahmen ein. Die brachen insbesondere zu Beginn häufig bewusst verstörend und verzerrt ein, fanden aber später ihr Gegenstück in behutsamen Dokumenten von Begegnung, wie sie in der Andeutung von Kinderstimmen und leisen Möwenrufen zum Ausdruck kamen. Assoziativ arbeitete der Musiker mit Schwingungen, die an eine Vervielfachung angestoßener Saiten von Streichinstrumenten denken ließen. Per Tastendruck ergänzte er elektronisch erzeugte Klangbilder um Impulse von Solostimmen.

Ihm habe insbesondere die Verbindung von Klang und Stille beeindruckt, bekannte Stadeler zum Konzertende im Dank an den Musiker. Der zustimmende Applaus des Publikums zeigte, dass es ähnlich empfunden hatte. Wlochinski hatte an diesem Abend seinen ersten Auftritt in Mönchengladbach, obwohl er seit 19 Jahren in der Stadt wohnt. Bisher sei er vor allem im Ruhrgebiet aufgetreten. Zur Akustik der Kirche merkte Wlochinski an, dass sie die Bässe schlucke und der Hall nicht zu unterschätzen sei. Doch sie biete den idealen Raum für die flächigen Sounds, die er so gernhabe.

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