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Mönchengladbach: Eine Nacht im Museum

Der Museumsverein stellte die Jahresgaben vor : Eine Nacht im Museum

Zur Sparda-Nacht erlebten die späten Gäste Kunst, Musik und Zauberei. Der Museumsverein stellte die Jahresgaben vor.

Flanieren, lauschen, erleben, sich begeistern und überraschen lassen. Alles war möglich in der Sparda-Nacht im Museum Abteiberg. Gewebt war sie um die aktuelle Ausstellung der Künstlerin Jutta Koether. Die stündliche Führung zur Einführung in deren Werk war keine Pflicht, doch bereichernde Kür. Auch in der fünften Auflage hat die Nacht im Museum offensichtlich nichts vom belebenden Zauber verloren. Viele Gäste, darunter etliche Erstbesucher, nutzten die Möglichkeit, das Museum zur nächtlichen Stunde zu erleben. Das Rahmenprogramm bot Kunst, Musik sowie Zauberei und barg sogar für Susanne Titz noch Überraschungen. Nach kleiner Ruhepause im Museumscafé eilte die Museumschefin in den Vortragsraum, um das Konzert des ihr bis dahin unbekannten Duos Bellchild zu hören.

„In dieser Nacht können Dinge ausprobiert werden, die üblicherweise im Museum keinen Platz haben. Über die Fusion mit der Sparda-Bank kommen zudem Besucher, die ich hier zuvor noch nie gesehen habe und die von unserem Museum überrascht sindt“, fasste Museumspädagoge Uwe Riedel seine Erfahrungen zusammen. Der Museumsverein wagte eine Premiere und stellte die Jahresgaben erstmals nicht an einem Sonntagvormittag vor. So werde die Präsentation doch wesentlich stärker wahrgenommen, zumal die Sparda-Nacht auch museumsferne Menschen anlocke, befand Geschäftsführer Christian Krausch. Vereinsmitstreiter Uwe Hillekamp bekannte seine ohnehin große Liebe zum nächtlichen Besuch des Museumscafés mit Ausblick in die Sammlung. Wer den Hollein-Bau und seine Schätze allein, von kundigen Fachkräften geführt oder im Gespräch erleben wollte, hatte dafür beinahe alle Zeit der Welt oder zumindest bis Mitternacht bei freiem Eintritt.

Im Vortragsraum waren für den Auftritt von Bellchild die kleine Bühne in rotes Licht getaucht und die Bestuhlung minimiert. Anfangs noch glücklich über einen ergatterten Sitzplatz, scharten sich bald die meisten im engen Halbkreis, um das Zusammenwirken von Musik und Licht unmittelbar zu erleben. Das Duo entfaltete mit experimentell elektronischen Elementen, Live Loups, Schlagzeug und Stimme eine Klangcollage mit atmosphärischen Schwingungen und Halleffekten.

Bei ihren Führungen durch die Ausstellung Jutta Koether half Melanie Seidler den Blick zu öffnen für Besonderheiten und Hintergründe. Sie erklärte, wie Koether den Dualismus zwischen Werken von Polke und Richter durchbreche und sich zwischen männlichen Kollegen als Frau positioniere.