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Mönchengladbach: Die erste Kapellmeisterin der Niederrheinischen Sinfoniker

Debüt bei den Niederrheinischen Sinfonikern : Die erste Kapellmeisterin für Mönchengladbach

Beim Sinfoniekonzert am Mittwoch stellt sich Erina Yashima dem Publikum vor. Ab der nächsten Spielzeit ist sie Kapellmeisterin am Haus. Ein Glücksgriff.

Antonin Dvoraks funkelnde Sinfonie Nr. 5 ist das, was viele nach den langen Lockdownmonaten brauchen. Melodien, die alle Lebensgeister wecken. Doch nicht nur wegen der Musik werden viele Besucher ganz genau hinhören und hinsehen. Dort stellt sich eine junge Gastdirigentin vor, die eine neue Zeit am Gemeinschafstheater einläuten wird: Erina Yashima wird ab der kommenden Spielzeit die erste Frau am Pult der Niederrheinischen Sinfoniker sein.

Die designierte Kapellmeisterin hat bei den Proben bereits die neuen Kollegen am Haus mit ihrer verbindlichen Art für sich eingenommen. Erwartungsvoll waren beide Seiten. „Die erste Probe ist für mich als Dirigentin immer besonders spannend. Man weiß nie, was einen erwartet. Es könnte ab der ersten Probe alles perfekt sein oder man muss alles erst einmal Ton für Ton zusammensetzen“, erzählt Erina Yashima.

Es lief alles gut. „Von der ersten Probe, die gerade hinter ihr liegt, ist sie begeistert: von der Musizierfreude, der Vorbereitung und dem gemeinsamen Willen“, berichtet Konzertdramaturgin Eva Ziegelhöfer.

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Der Terminkalender von Yashima ist voll, zwischen Proben und Auftritten am Niederrhein hat sie weitere Verpflichtungen. Die junge Dirigentin ist gefragt und hat eine beachtliche Biografie vorzuweisen: Nach ihrem Dirigierstudium in Freiburg, Wien und Berlin assistierte sie ab 2015 Riccardo Muti bei den Chicago Symphonikern. Seit 2019 ist sie Assistentin von Yannick Nézet-Séguin beim Philadelphia Orchestra.

Die Rückkehr aus den USA nach Europa ist eine Heimkehr. Erina Yashima ist in Heilbronn geboren. Ihre Eltern sind Einwanderer aus Japan. Dass Musik eine Hauptrolle in ihrem Leben spielen würde, war früh abzusehen. Bereits als 14-Jährige erhielt sie ihren ersten Dirigierunterricht während ihres Studiums bei Bernd Goetzke am Institut zur Frühförderung musikalisch Hochbegabter, einem Studiengang der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Später studierte sie an der Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“.

Über die beiden Werke des bevorstehenden Konzerts gerät sie ins Schwärmen. Das 1. Cellokonzert von Camille Saint-Saëns, das als Paradestück für Cellisten gilt, bringe „das Instrument durchgehend von seiner Schokoladenseite zur Geltung. Vom tiefsten bis zum höchsten Register ist alles dabei“, findet sie. Sie ist gespannt auf die Gastsolistin Emmanuelle Bertrand, mit der sie noch nicht zusammengearbeitet hat. Und sie freut sich auf die Dvorak-Sinfonie. „Er geht darin fast verschwenderisch mit seinen Melodien um. Es kommt eine schöne Kantilene nach der anderen“, schwärmt sie.

Info Das 2. Sinfoniekonzert findet am Mittwoch, 27. Oktober, um 20 Uhr im Theater Mönchengladbach und Donnerstag, 28. Oktober, um ebenfalls 20 Uhr in der Kaiser-Friedrich-Halle statt.