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Mönchengladbach

Zeitreise im Schmölderpark

„Fräulein Swing“ mit den Sängerinnen (v.l.) Stephanie Woodling, Karen Bandelow und Julia Coulmas. Foto: Renate Resch

Mönchengladbach Bei „Sound of Schmölderpark“ ging es am Wochenende zurück in die 1950er Jahre mit der Band „Fräulein Swing“. Auch das Ali Claudia Trio und die Sängerin Chre begeisterten die knapp 2000 Besucher.

Das abwechslungsreiche Programm des „Sound of Schmölderpark“ lockte am Wochnende knapp 2000 Besucher zum Pavillon im Park. Bis in die Nacht war Musik der 1950er Jahre zu hören und gipfelte in einem stimmungsvollen Feuerwerk.

Der Schmölderpark ist aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Zu Beginn der Veranstaltung „Sound of Schmölderpark“ wurde an seine Entstehung vor 125 Jahren erinnert. Und ohne die Unterstützung des Fördervereins Schmölderpark e.V. gäbe es den Pavillon gar nicht mehr. Der Beschluss der Stadt von 1999 zum Abriss des kleinen Bauwerkes konnte lediglich durch das Engagement und die finanzielle Unterstützung zahlreicher Bürger und Sponsoren abgewendet werden. Seit der Eröffnungsfeier im Jahr 2000 finden jährlich kostenfreie Musikfeste auf dem Gelände statt. „Wir versuchen neue Bands zu etablieren und hier auftreten zu lassen“, sagt Gerry Böer vom Förderverein, der sich um die Organisation des Konzertes kümmert.

Mit dem „Ali Claudi Trio“ startete das Open-Air-Festival. Der Gitarrist Ali Claudi ist seit mehr als 50 Jahren ein Begriff in der deutschen Jazz-Szene. In seinem Programm „The Art of Swing“ interpretierte er unter anderem Kompositionen wie „Lady be good“ von Gershwin oder auch „Take the ,A’ train“ von Duke Ellington. Begleitet wurde die Jazz-Größe von dem Pianisten Hans Günter Adam und dem Gladbacher Andre Spajic am Schlagzeug. Hinter dem Namen „Chre“ verbirgt sich die Sängerin Christiane Schmitz aus Neuss. Mit ihrem Solo-Programm, das Songs wie „Blowing in the wind“ präsentierte, stand sie auf der Bühne.

Als Höhepunkt des Abends präsentierte sich die Viersener Gruppe „Blue Moon“ gemeinsam mit „Fräulein Swing“ stilecht in Outfits der 1950er Jahre. Die Musiker Erich, Thorsten, Ötte, Marcus und Christian entführten das Publikum in die guten alten Zeiten des Rock’n’Roll und ließen Stars wie Bill Haley, Little Richard und natürlich Elvis Presley wieder auferstehen. 

Die Sängerinnen Julia Coulmas, Karen Bandelow und Stephanie Woodling, die sich als „Fräulein Swing“ zusammengefunden haben, haben ihre Wurzeln in der Opernszene. Alle drei haben Gesang studiert und stammen ursprünglich aus Pennsylvania, Florida und Hamburg, leben nun jedoch in Düsseldorf. Ihre Outfits und Frisuren passen sie der Zeit der gespielten Musik an. „Wir versuchen den Klang so authentisch wie möglich wiederzugeben,“  erklärt Karen Bandelow.

Das Repertoire umfasst Songs der 1920er bis 1950er Jahre. Ihre Vorbilder sind die „Andrew Sisters“ ebenso wie die „Boswell Sisters“ und die „Maguire Sisters“. Sie sind bereits seit fünf Jahren zusammen und spielten nun zum zweiten Mal gemeinsam mit „Blue Moon“. „Es macht so viel Spaß mit ihnen, sie spielen die Songs so gut,“ sagt Stephanie Woodling. Für ihre Konzerte in der Umgebung von Düsseldorf singt „Fräulein Swing“ mit eigener Band.

Vor dem Pavillon tanzten zahlreiche Pärchen stilecht in Kleidern der Fifties zur Musik. Dabei handelte es sich um Mitglieder von „Tigerfeet“, dem größten Boogie-Club am linken Niederrhein. Wenn im Umkreis „Blue Moon“ spielen oder Konzerte mit Musik der 1950er Jahre stattfinden, sind die Mitglieder vor Ort und zeigen ihr Können.