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Mönchengladbach: Der neue Pfarrer und sein starkes Team

Mönchengladbach : Der neue Pfarrer und sein starkes Team

Im September tritt Achim Köhler sein neues Amt in Giesenkirchen-Mülfort an. Nach langer Vakanz ist die Stelle des Geistlichen endlich wieder besetzt. Ohne Ehrenamtler wird die anspruchsvolle Arbeit nicht zu bewältigen sein.

Die Ehrenamtler werden weiterhin gebraucht. Dringend. Denn Achim Köhler, der neue Pfarrer, der am 9. September (11.30 Uhr) offiziell in die Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Giesenkirchen-Mülfort eingeführt wird, hat dort nur eine halbe Stelle. Die anderen 50 Prozent wird er in die Jugendseelsorge der Region Mönchengladbach investieren. Dennoch ist das neue pastorale Leitungsteam, bestehend aus Achim Köhler, dem langjährigen Gemeindereferenten Manfred Kutsch, dem neuen Gemeindereferenten Bernhard Krinke-Heidenfels und Diakon Klemens Kölling, zuversichtlich. „Wir haben seit Anfang vergangenen Jahres die komplette Arbeit ohne Pfarrer stemmen müssen“, sagt Manfred Kutsch. Eine umfangreiche und aufreibende Arbeit. Immerhin gehören zur GdG die Pfarren St. Mariä Himmelfahrt Meerkamp, St. Josef Schelsen, St. Paul Mülfort und St. Gereon Giesenkirchen. „Jetzt können wir uns eine bisschen zurücknehmen“, sagt auch Klemens Kölling.

Seit dem Weggang von Pfarrer Guido Fluthgraf lastete die Gemeindearbeit auf seinen sowie auf den Schultern Kutschs, auf denen der Pfarrbüro-Angestellten und der Ehrenamtler. Der 44-jährige Achim Köhler tritt sein Amt mit Zuversicht an. „Wir werden ein neues Leitungsmodell konzipieren.“ Er möchte nicht als „Herr Pastor“ angesprochen werden. „Das ist veraltet, ich betrachte mich eher als Pfarradministrator.“ Diese Aufgabe hatte seit dem Weggang Fluthgrafs der frühere Regionaldekan Ulrich Clancett übernommen. Auch er sagt: „Der Pastor als Generalist ist nicht mehr zeitgemäß, die GdG Giesenkirchen-Mülfort geht mit einem tollen, hochkompetenten Team an den Start.“

Achim Kohler wird ein Auge darauf haben, dass die ehrenamtlichen Helfer sich nicht überfordern. „Wir Hauptamtler sind Begleiter und Unterstützer der Ehrenamtler.“ Er will die unterschiedlichen Kompetenzen – etwa für die Bereiche Schulen, Senioren, Begräbnisdienst – bündeln. „Wir dürfen unsere freiwilligen Helfer nicht ausnutzen“, sagt Achim Köhler. Die Zukunft soll realistisch gestaltet werden. „Wir werden uns fragen müssen, was wichtig ist und was wir auch weglassen können“, sagt er. „Wir können nicht alles aufrechterhalten.“ Er habe Respekt vor seinen beiden großen Aufgaben, sagt der Pfarrer. Aber er zähle auf die vielen extrem zuverlässigen und engagierten Helfer in der Gemeinde.

Achim Köhler ist in Mülfort geboren und aufgewachsen. Zunächst arbeitete er als Architekt und Bauleiter. Von 2007 bis 2012 studierte er in Münster und Dublin Theologie. 2014 wurde er in Aachen zum Priester geweiht. In Düren war er bis jetzt als Kaplan in der Pfarre St. Lukas tätig – und dort vor allem mitverantwortlich für die Jugendkirche. Ehrenamtlich war Achim Köhler von 2000 bis 2006 Vorsitzender der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg im Diözesanverband Aachen.

„Nach langer jugendarbeitsfreier Zeit freuen wir uns sehr, dass nun Achim Köhler zu uns gestoßen ist“, sagt Ulrich Clancett.