Mönchengladbach: Der Kulturmarkt des Theaters war ein Erfolg

Mönchengladbach : Kulturmarkt – das XXL-Fest des Theaters

Die Lust am Mitmachen war groß, das Interesse an den Angeboten der Mönchengladbacher Kreativszene ebenso. Es war ein fröhliches Fest, und die Massen strömten ins Theater und in den Park. Sie wurden bestens unterhalten.

Man hört wieder Schallplatte. Dieser Eindruck wurde zumindest am Stand vom Verein Kulturkram und der Vinylgarage im Foyer des Theaters erweckt. Dicht umlagert waren die Kartons mit den schwarzen Scheiben, wummernde Rhythmen erklangen von rotierenden Plattentellern. Gleich daneben die herrlich-verrückten Dinge, die das Team von der Vinylgarage aus ausgedienten Langspielplatten herstellt: Hocker, Schüsseln und allerlei anderes Nützliches.

Ein paar Meter weiter – ebenso stark frequentiert – die Abteilung Maske. Professionelle Visagisten des Theaters waren hier am Werk, die Zuschauer konnten die Verwandlungen der „Opfer“ Schritt für Schritt miterleben. An einem Tisch bastelten Kinder kleine Kunstwerke aus Papier, an den Ständen präsentierten sich diverse Kulturvereine und -institutionen. Alle, die in irgendeiner Weise mit Kulturellem in der Stadt beschäftigt sind, waren beim Kulturmarkt im Theater und im Park drumherum vertreten.

Kinderbelustigung auf dem Kulturmarkt: Der Clown Puh Balluh zauberte Bonbons aus dem Nichts. Foto: Inge Schnettler

Auf der großen Wiese tummelten sich Familien mit Kleinkindern. Die hatten viel Spaß an Clown Puh Balluh, sie standen geduldig in der langen Schlange vor der Riesen-Piratenrutsche, sie konnten Kettcars, Pedalos und Stelzen des Jukomm-Spielmobils ausprobieren und – Eis essen natürlich. Die Eisdealer hatten eigens für den Kulturmarkt Gefrorenes mit dem Namen „Sherry-Sherry-Lady“ kreiert – mit Kirschen und leckerer Schokolade.

Vor dem Theater hatte die Künstlergruppe „Der Blaue Rheydter“ ein riesiges 3D-Bild auf den Boden gemalt. Daneben stand der Wohnwagen X.position mobile von Bernhard Jansen. Dieser wurde zum Kunstkabinett mit Ruth Zadow und M. Jonas Jahn. Die Niederrheinischen Sinfoniker luden in ihre Chill-Out-Lounge ein, und unter dem Namen „Frankniture“ wurden Licht- und Interieurobjekte aus dem Holz alter Abbruchhäuser angeboten. Großes Interesse gab es an den KulturbeutelZ, diesen kunstvollen Taschen, die Theatermalerin Violetta Zerni aus Bühnenbildern hergestellt.

Auf der Großen Bühne im Park und der kleinen in der Theaterbar wechselten sich Chöre, Tanzgruppen und Bands ab. Und auf der großen Bühne im Theater wurde Hochprofessionelles geboten. Morgens gab es bereits zwei Kinderkonzerte der Sinfoniker, und auch am Nachmittag ging es Schlag auf Schlag. Ballettchef Robert North forderte zum Tanz, und tatsächlich stürmten zig Mutige die große Bühne – Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer jeden Alters. Und die kleine Choreografie, die North mit ihnen erarbeitete, ließ sich wirklich sehen.

Der Jugendclub des Theaters stellte seine Musical-Dancer vor. Grandios! Und dann gab es Ausschnitte aus der musikalischen Odyssee „Himmel über Paris“. Ester Keil, Joachim Henschke und Adrian Linke sangen Chansons, begleitet von Joachim Kilian am Klavier und Heinz Hox am Akkordeon. Einen Textaussetzer kaschierte Adrian Linke so professionell und charmant, dass die kleine Panne fast wie gewollt wirkte und für große Lacher sorgte.

Kerstin Brix und Yorgos Ziavras luden zum Mitsingen ein. Und das taten die Gäste. Wie sie eigentlich für alles zu begeistern waren. Die Ränge vor der Großen Bühne waren durch die Bank sehr gut gefüllt. „Wir sind erschöpft, aber total glücklich.“ Das war die einhellige Aussage der Beteiligten. Noch bis in den Abend gab es Musik im Park, es wurde vor der Bühne getanzt, die gute Laune hielt sich bis zum Ende.

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