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Mönchengladbach: Das steckt hinter dem Kunst-Projekt "Facing Abteiberg"

Kunstprojekt in Mönchengladbach : Facing Abteiberg

Das Abteiberg-Quartier in den Augen der Künstler: Facing Abteiberg ist ein Kunstprojekt, das zum Wochenende des offenen Ateliers „Parcours“ Mitte September präsentiert wird.

„Ich kann vertieft einen Menschen und seine Biografie in den Fokus nehmen. Mein Medium ist der Ton, die Beziehungen zwischen Sprachen, Klang, einer Biografie eines Bewohners und gefundenen Objekten stehen im Vordergrund“, sagt der Mönchengladbacher  Multimediakünstler Kai Welf Hoyme und erklärt, was ihn an dem Projekt „Facing Abteiberg“ reizt: „Außerdem werde ich diese Elemente in einer Konzert-Performance klanglich verbinden. Das Projekt wird spannend, da unterschiedliche Kunstformen aufeinandertreffen werden.“

„Facing Abteiberg“ ist ein Kunstprojekt, das sich Karl Sasserath ausgedacht hat. Der ehemalige Leiter des Arbeitslosenzentrums, das seine Heimat im Abteibergviertel hat, initiierte erneut eine Kunstaktion. Wenn es in diesem Herbst eröffnet wird, lautet das Motto „Menschen im Quartier Abteiberg“. Die Künstler entwickeln ihre Werke – und das ist das Besondere – mit den Menschen vor Ort.

Mit seiner kulturellen Arbeit im Arbeitslosenzentrum schaffte es Sasserath in der Vergangenheit, das Zentrum für Menschen zu öffnen, die nicht zu den traditionellen Besuchern gehören. Vier Künstler konnte er zum Mitmachen gewinnen: die Fotografin Cora Straßburg und Joshua Eckstein, ebenfalls Fotograf, den Lyriker Thomas Koch und den Performancekünstler Kai Welf Hoyme.

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Die Architektin Monika Weber, die schon in der Vergangenheit ehrenamtlich für das Arbeitslosenzentrum arbeitete und beispielsweise Banner entwarf, hat sich bereit erklärt, das vom Kulturbüro geförderte Projekt zu koordinieren. Seit dem Frühjahr, erzählt sie, wird geplant. Zum c/o-Wochenende am 18. und 19. September finden Eröffnung und Präsentation statt. Noch tüfteln die Künstler an den Präsentationsformen. Denn die Ausstellung soll in diesem Jahr im Freien stattfinden – sicherheitshalber und coronakonform. Hoyme wird mit seiner Arbeit in den Skulpturengarten des Museums Abteiberg gehen, die Fotografen Straßburg und Eckstein sowie der Lyriker Koch wollen ihre Arbeiten im Hans-Jonas-Park zeigen – das allerdings steht noch in den Sternen, da dieser zu dem Zeitpunkt noch umgebaut wird. „Aber eigentlich bedeutet eine Baustelle viele Bauzäune und damit viel Ausstellungsfläche und Aufmerksamkeit“, stellt Weber fest. Die Entwicklung ist noch im Prozess, es bleibt spannend.

Die Arbeiten allerdings sind überwiegend abgeschlossen. Und sie sind überaus vielfältig. Der Lyriker Koch beispielsweise lernte eine junge Syrerin aus dem Arbeitslosenzentrum kennen und unterhielt sich über eine längere Zeit mit ihr. Er erfuhr von ihrer Energie, davon, wie sie ihre Talente und Möglichkeiten nutzt. Aus diesen Erzählungen entwickelte Koch eine Geschichte. Bei aller Förderung: Was fehlt, ist das Geld für eine Broschüre. „Hier würden wir uns über eine finanzielle Unterstützung beispielsweise von Sponsoren sehr freuen“, sagt Weber. Kontakt kann man zum Beispiel über die Facebookseite des Projekts aufnehmen: https://www.facebook.com/facingabteiberg

Der in Essen lebende und arbeitende Joshua Eckstein hat 2019 sein Studium der Fotografie an der Folkwang Universität in Essen abgeschlossen. Für „Facing Abteiberg“  schaute er durch seine Kamera einem Friseur an der Lüpertzender Straße bei seiner Arbeit zu.

Auch Cora Straßburg studiert an der Folkwang Universität in Essen. Die in Mönchengladbach lebende Fotografin porträtiert in dem Kunstprojekt das Star Wars Museum im alten Schwimmbad inklusive seines Betreibers Thomas Manglitz. Was sie an dem Projekt reizt, erklärt sie so: „Die Menschen am Abteiberg und speziell der Lüpertzender Straße in ihrem privaten Umfeld oder am Arbeitsplatz kennenzulernen und sichtbar zu machen bietet Einblicke, die sonst verborgen bleiben. Durch die Präsentation im Quartier wird der öffentliche Raum zur Bühne. Die Betrachtenden können so einen ihnen vertrauten Ort neu entdecken, sind aber nicht nur Publikum, sondern durch ihre Anwesenheit zugleich Teil der Arbeit.“