Kultur in Mönchengladbach Sinfoniker beschließen die Sommermusik in Rheydt

Mönchengladbach · Die Musical-Gala mit sechs Solisten des Theaters und den Niederrheinischen Sinfonikern beschloss die 15. Sommermusik Schloss Rheydt. Zuvor aber verlieh der Oberbürgermeister dem Festivalmacher Günter vom Dorp noch einen besonderen Ehrentitel.

Beim Klassik-Open-Air im Schlosshof präentierten die Sinfoniker beliebte Musical-Melodien.

Beim Klassik-Open-Air im Schlosshof präentierten die Sinfoniker beliebte Musical-Melodien.

Foto: Matthias Stutte

Bevor die Niederrheinischen Sinfoniker loslegten mit „Together wherever we go“ aus dem Musical „Gypsy“, hatte zunächst der Oberbürgermeister Wort. Felix Heinrichs verlieh vor ausverkaufter Turnierwiese Kostenpflichtiger Inhalt Festivalmacher Günter vom Dorp den Ehrentitel „Günter der Mutige“. Weil dieser trotz Regen und Corona die Sommermusik Schloss Rheydt erneut stemmte. „Bleiben Sie ihm und der Kulturszene treu“, warb der OB.

Der Wunsch dürfte – besonders beim Programmfixstern „Klassik Open Air“ – in Erfüllung gehen. „The Show must go on“ – der Titel der Musical-Gala mit Sinfonikern, Solo-Kräften des Musiktheaters und dem neuen Kapellmeister Sebastian Engel unterstrich den Mut, 2022 weiterzumachen. Günter vom Dorp führte jovial durch den Freiluftabend. Am Ende erklang das Queen-Evergreen als prachtvoll geschmetterte Zugabe, bei der alle noch einmal alles gaben.

Weder Akteure noch Publikum ließen sich vom Landregen die Laune vermiesen, der unbestellt, aber pünktlich genau mit der ohne Pause angehängten zweiten Halbzeit einsetzte. Die Programmmacher vom Theater hatten auch Raritäten ausgewählt, darunter das Musical „Secret Garden“ der Komponistin Lucy Simon. „Ohne Liebe ist das Leben keinen Tag lang lebenswert“, sang Susanne Seefing einfühlsam in einem Song aus „Drei Musketiere“. „Sei du selbst“ propagierte stimmgewaltig das neue Ensemblemitglied Andrea Matthias Pagani (Tenor) aus „Otello darf nicht platzen“ das Credo eines Lebenskünstlers gegenüber dem Kollegen James Park. Der wiederum glänzte in der Ballade „Stars“ aus „Les Misérables“. „I Still Believe“ rührte Sopranistin Gabriela Kuhn die Gemüter bei einem Titel aus „Miss Saigon“.

Seltener präsent waren Boshana Milkov (Alt) und Markus Heinrich. Jedoch bestach der seit vielen Jahren in Krefeld/Mönchengladbach engagierte Spieltenor in „Master of the House“ aus „Les Misérables“ mit der besten Performance des Abends und fabelhaftem englischen Idiom. Davon hätte man sich noch mehr gewünscht. Den stärksten Beitrag seines Dirigier-Debüts bot der Frankfurter Sebastian Engel mit der brillant geschliffenen Ouvertüre zu „Chicago“. Auch von ihm und dem Orchester wollen wir bald mehr hören.

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