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Mönchengladbach: Das Fink-Körner-Duo gab ein Jazzkonzert an der Lingemühle

Balkonkonzert in Mönchengladbach : Wohltuende Jazzdusche  des Fink-Körner-Duos

Jazz gegen den Schmuddelwetter-Blues: Das Fink-Körner-Duo gab ein Balkonkonzert mit süffigen, gefälligen Melodien an der Lingemühle.

Das Fink-Körner-Duo macht süffigen, kein bisschen verkopften, leichten Jazz mit einem Wohlfühlfaktor, der sowohl in der von Corona besonders folgenreich verseuchten Kulturszene als auch bei fiesem Herbst-Schmuddelwetter guttut. Hansjörg Fink bläst eine sowohl sanfte wie rhythmisch gefühlvolle Posaune. Gero Körner macht ziemlich virtuos, vor allem aber skalen- und harmoniekreativ auf den Tasten seines E-Pianos was her. Beide stehen zu diesem von ihnen lang ersehnten Konzerterlebnis auf dem Balkon von Jürgen Kutsch in luftiger Höhe im dritten Stock der schicken Beton-Wohnlandschaft an der Lingemühle, dem Viertel gegenüber der Musikschule. Dort klingt’s ziemlich badezimmermäßig mit einem Unterton von Straßenlärm, selbst am Sonntagnachmittag.

Zum nun schon dritten Balkonkonzert von Jürgen Kutsch und seiner Stiftung sind trotz Dauerniesel ein gutes Dutzend Zuhörer gekommen, mindestens ebenso viele lauschen an den umliegenden Balkonen oder hinter aufgesperrten Wohnzimmerfenstern. Es gibt verjazzte Filmmusiken, angefangen bei der Star-Trek-Hymne mit Klavier-Trommelwirbel, über Mission Impossible oder die Arlen-Melodie „Somewhere over the Rainbow“. Dazwischen lateinamerikanisch Beschwingtes oder etwas freier Verjazztes. 45 rundum wohltuende Minuten, während derer ein paar Jogger aus- und einlaufen, zwei Hunde Gassi gehen und ein Anwohner den Briefkasten leert. Am Nikolaustag wird eben hier um 16 Uhr das Vokalquintett Ballyhoo stehen.