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Mönchengladbach: Criminale in Hannover verschoben, Autor Thomas Hoeps schreibt weiter

Kultur in Mönchengladbach : Criminale verschoben: Hoeps schreibt weiter

Nachdem die Criminale in Hannover wegen der Corona-Pandemie verschoben werden musste, widmet sich Kriminalroman-Autor Thomas Hoeps einem neuen Projekt.

Thomas Hoeps bekam die schlechte Nachricht noch bevor die Krimischriftstellervereinigung „Syndikat“ an die Presse ging. Dieselbe VIP-Beauftragte, die ihm und seinem Co-Autoren Jac Toes noch vor wenigen Wochen mitgeteilt hatte, dass die beiden mit ihrer „Cannabis-Connection“ für den Glauser-Preis nominiert sind, musste ihm nun sagen, dass die „Criminale“ nicht wie geplant vom 15. bis 18. April stattfinden wird. Das Coronavirus hat somit die Verleihung des „Krimi-Oskars“ und das größte deutschsprachige Krimi-Event mit etlichen Lesungen und Workshops auf dem Gewissen.

Die Criminale in Hannover wäre Hoeps‘ elfte gewesen. Er steuerte für drei Criminale-Anthologien Kurzkrimis bei, moderierte in den letzten drei Jahren die Nominiertenlesungen und organisierte als Kulturbüroleiter 2011 die Criminale am Niederrhein mit. „In der Erschöpfung danach nehme ich mir eigentlich regelmäßig vor, im nächsten Jahr mal auszusetzen. Aber ein paar Wochen später sehne ich schon wieder die Anmeldephase herbei. Jetzt sorgt leider Corona für diese Pause“, sagt Hoeps.

Im Syndikat laufen derzeit die Planungen auf Hochtouren. Man wolle die Preisverleihung am geplanten Datum virtuell stattfinden lassen, sagt Autor und Vorstandsmitglied Leon Sachs. Aktuell werde geprüft, ob dies in Form einer Live-Übertragung oder einer Aufzeichnung geschehen könne. „Wir wollen den Preisträgerinnen und Preisträgern einen möglichst würdigen Rahmen bieten, obwohl natürlich nichts über eine persönliche Verleihung vor großem Publikum hinausgeht“, erklärt Sachs. Ein solches Event wäre ein Novum für die 1986 gegründete Schriftstellervereinigung.

„Es ist einmal eine Criminale im Frühjahr ausgefallen, die dann im Herbst nachgeholt wurde. Vielleicht schaffen wir es, so etwas, zumindest im Kleinformat, auch noch hinzukriegen“, sagt der Vorsitzende des Syndikats, Jens J. Kramer. In jedem Fall werde man eine Möglichkeit finden, um alle Preisträger des Jahres 2020 auf die Bühne zu holen, betont Leon Sachs: „Sie sollen ihren verdienten Applaus bekommen, wenn auch ein Jahr später.“

Bis dahin wäre also noch etwas Zeit, und wie Hoeps die mit seinem Co-Autor Jac Toes nutzen wird, steht schon fest: „Nachdem wir wegen der Absage eine Weile herumgeflucht haben, haben wir über unser neues Romanprojekt gesprochen“, so Hoeps. „In wenigen Tagen muss das Exposé an den Verlag gehen, und dann wollen wir auch schnell mit dem Schreiben loslegen.“